AK-Arbeitsrechtjurist Mag. Helmut Steiger © Roman Felder, AK Burgenland
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Karfreitag: Arbeitnehmer fallen um Feiertag um

Die Frist zur Beantragung des persönlichen Feiertages am Karfreitag ist verstrichen. Wer also bis jetzt seinen persönlichen Feiertag noch nicht geltend gemacht hat, muss wohl am 19. April arbeiten. Denn statt sich dem EuGH-Urteil vom 22. Jänner zu beugen, hat die Bundesregierung einen anderen Weg eingeschlagen und den Feiertag gestrichen. Sehr zum Ärger der Arbeiterkammer. Sie fordert einen entsprechenden Ausgleich für die Arbeitnehmer.

Der EuGH hat eine Bevorzugung von Protestanten und Altkatholiken beim Karfreitag ausgemacht. Die Folge: ein zusätzlicher Feiertag für alle Arbeitnehmer. 

Um dies zu verhindern, strichen ÖVP und FPÖ die Karfreitagsregelung aus dem Arbeitsruhegesetz. Wer nun am Karfreitag freihaben möchte, muss künftig dafür einen seiner Urlaubstage verbrauchen. Dazu wurde im Arbeitsruhegesetz eine Bestimmung eingefügt, die es allen Arbeitnehmern erlaubt, einen Urlaubstag im Jahr auch gegen den Willen des Arbeitgebers zu fixieren – den persönliche Feiertag. Bekanntgegeben muss dieser drei Monate vor dem persönlichen Feiertag werden.

„Einen zusätzlichen Urlaubstag gibt es dafür nicht. Sollte der Arbeitnehmer aber "auf Ersuchen des Arbeitgebers" trotzdem an diesem Tag arbeiten, steht ihm das doppelte Entgelt zu, ohne dass dafür der Urlaubstag verfällt“, erklärt Arbeitsrechtjurist Mag. Helmut Steiger.

Eine Regelung, die AK-Präsident Gerhard Michalitsch noch immer sauer aufstößt: „Die Lösung ist ein weiterer Kniefall vor den Handelskonzernen, die sich gegen die ursprünglich geplante Lösung ausgesprochen haben. Nach 12-Stunden-Tag, Umfärbung der Sozialversicherung und ungerechten Steuerreform-Plänen reiht sich auch die Abschaffung des Karfreitag-Feiertags in die respektlose Politik gegenüber Arbeitnehmern ein.“

Die Forderungen der AK dazu sind klar. Für den gefallenen Feiertag muss es einen ordentlichen Ausgleich für die Arbeitnehmer geben.

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