Münzen und Geldscheine © Eyetronic, stock.adobe.com
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Kassenfusion geht auf Kosten der Patienten!

11 Millionen Euro weniger für die Krankenkasse im Burgenland bringt massive Nachteile für die Burgenländer 

Nur mehr fünf statt 21 Sozialversicherungsträger und die Errichtung einer neuen „Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK)“, die die neun Gebietskrankenkassen ersetzen soll, sind die Kernpunkte der geplanten Umstrukturierung der Sozialversicherungen und Krankenkassen. Damit ist auch das Ende der Selbstverwaltung vorprogrammiert. Diese garantiert den versicherten Arbeitnehmern und ihren Familien derzeit Einfluss auf gesundheitspolitische Entscheidungen – von der Organisation der ärztlichen Versorgung, dem Kauf von Medikamenten bis hin zum Betrieb von Gesundheitszentren und Zahnambulatorien.  

Die Gebietskrankenkassen werden dadurch zu Landesstellen degradiert und massiv an Kompetenzen verlieren. „Damit entscheiden die Arbeitgeber von Wien aus, wie die Geldmittel in den Bundesländern verwendet werden“, gibt AK Präsident Gerhard Michalitsch zu bedenken. 

Allein im Burgenland steht der Krankenkasse durch diese Reform 11 Millionen Euro weniger für Versicherungsleistungen zur Verfügung. Im Raum steht ein Minus von weiteren 4 Millionen - sollte die Beitragsprüfung ausgegliedert werden. 

Echtes Einsparungspotential sieht AK-Präsident Gerhard Michalitsch bei dieser Kassenfusion aber nicht. Ganz im Gegenteil, er befürchtet Mehrkosten: „Die Erfahrung aus der Fusion der Pensionsversicherungsanstalt der Arbeiter mit jener der Angestellten muss uns ein abschreckendes Beispiel sein. Bei der Fusion sind damals hohe Kosten durch Fehlplanung und Umsetzung von 200 Millionen Euro entstanden. Dazu kommen noch überhöhte Verwaltungskosten von bis zu 1 Milliarde Euro. Daher liegt die Vermutung nahe, dass das Zusammenlegen der Gebietskrankenkassen mehrere 100 Millionen Euro kosten wird.“ 

Mehrkosten blühen aber auch den Versicherten. Michalitsch: „Um diese Kosten zu finanzieren, sind vermehrte Selbstbehalte für Arzt- und Spitalsbesuche und massive Leistungskürzungen zu befürchten.“ 

„Alles in allem bringt die Kassenfusion Mehrkosten, weniger Leistung und weniger Mitspracherecht für die Mitglieder. Daher ein klares Nein dazu!“, stellt der AK-Präsident zur Kassenfusion klar. 

Kontakt

Bianca Werfring
Kommunikation & Marketing
T: 02682 740 3141