3.7.2018

Kassiererin um 16.800 Euro gebracht

Sechs Jahre lang stand eine heute 54-Jährige in einem Elektrofachgeschäft in Mattersburg an der Kassa. Gerecht entlohnt würde sie für ihren Einsatz nicht. Rund 200 Euro brutto zu wenig landeten jeden Monat auf dem Konto der Nordburgenländerin.  

Statt in der Beschäftigungsgruppe drei wurde sie vom Unternehmen in die Beschäftigungsgruppe zwei eingestuft. „Dabei sagt ein Urteil des Landesgerichtes Eisenstadt – bestätigt von Obersten Gerichtshof -, dass Kassiererinnen in Verwendungsgruppe drei gehören“, stellt AK-Jurist Heinzi-Erik Hobisch klar. Er nahm sich dem Fall der Kassiererin an. Zwei Schreiben von Seiten des AK-Experten reichten nicht aus. Die Firma weigerte sich weiterhin die 54-Jährige als Kassiererin gelten zu lassen. Und das obwohl sie laut Dienstvertrag genau als diese betitelt wurde.  

Letztlich erstritt der AK-Experte vor Gericht 2.250 Euro brutto. Doch es hätte viel mehr sein können. „Aufgrund der Verfallsfristen konnten wir nur ein Jahr einfordern. Rechnet man die Summe auf die sechs Jahre der Beschäftigung auf, sprechen wir von 16.800 Euro“, rechnet Hobisch vor.  

Mit ein Grund warum das Aus für Verfallsfristen zu den essentiellen Forderungen von AK-Präsident Gerhard Michalitsch gehören: „Die kurzen Verfallsfristen sind unfair und sollten daher abgeschafft werden. Denn obwohl Mitarbeiter nachweislich Überstunden geleistet haben oder falsch entlohnt wurden, bekommen sie oft aufgrund der kurzen Verfallsfristen keinen Euro mehr ausbezahlt. Wir schlagen daher vor, die Verfallsfristen gänzlich zu streichen.“  

AK-Jurist Hobisch rät: „Jeder Arbeitnehmer sollte laufend überprüfen, ob man richtig eingestuft ist.“ 

Sollte es Unregelmäßigkeiten oder dergleichen sowie Fragen geben, dann können sich die Arbeitnehmer an die Arbeiterkammer Burgenland (02682/740) wenden.