Junge Frau übernimmt ein Paket vom Zusteller © Halfpoint, stock.adobe.com
Junge Frau übernimmt ein Paket vom Zusteller © Halfpoint, stock.adobe.com

Keine Weihnachtsstimmung bei Hauszusteller:innen

Aufgrund des Lockdowns sind die Geschäfte geschlossen. Der Online-Handel explodiert. Weihnachten rückt immer näher - und damit auch Riesenmengen an Paketen, die von den Hauszusteller:innen der Österreichischen Post AG zugestellt werden müssen. Seit 2019 steigen nicht nur die Paketmengen kontinuierlich an, sondern auch das Gewicht und die Größe der Pakete. Was aber auch steigt ist die Fluktuation der Mitarbeiter:innen und die Krankenstände, was wiederum die Mitarbeiter:innenanzahl sinken lässt. Das bedeutet für die verbleibenden Beschäftigten noch mehr Packerl, noch mehr Stunden und noch mehr Anstrengung im Weihnachtsgeschäft. „Bei uns in der Beratung häufen sich die Anrufe von betroffenen Hauszusteller:innen. Sie klagen über enorme Mehrbelastungen. Dieser Zustand ist unhaltbar und muss vom Eigentümer aus der Welt geschafft werden“, fordert AK-Präsident Gerhard Michalitsch. 

Die Pakete werden immer schwerer und größer. Seit Beginn der Pandemie ist es keine Seltenheit, dass Hauszusteller:innen der Österreichischen Post AG im Burgenland Autoreifen, Heizkörper oder ganze Küchenzeilen an die richtige Adresse bringen müssen. Aufgrund der schweren Bedingungen werden immer mehr Beschäftigte krank, immer öfter verlassen Mitarbeiter:innen auch das Unternehmen. Neues Personal ist schwer zu finden. Die Folge: Die Einsatzgebiete werden größer. Immer weniger Beschäftigte müssen immer mehr Pakete zustellen. Oft reicht der Strom in den neu angeschafften umweltfreundlichen Elektroautos gar nicht aus, um alle Pakete zuzustellen, schildern Betroffene aus ihrem Arbeitsalltag.

Die Arbeiterkammer Burgenland sieht großen Handlungsbedarf beim Eigentümer der Post AG, die zu 52 Prozent dem österreichischen Staat gehört. Die zuständigen Minister:innen Köstinger und Blümel seien hier klar in der Verantwortung. Sie müssten als Arbeitgeber:innen ihre Fürsorgepflicht wahrnehmen und für die Mitarbeiter:innen gute Arbeitsbedingungen schaffen. Michalitsch: „Die österreichische Post AG ist ein erfolgreiches Unternehmen, schreibt Gewinne und schüttet jedes Jahr Dividenden in Millionenhöhe an ihre Aktionäre aus. Da ist es nur fair, dass jene Beschäftigten was davon zurückbekommen, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz für die Gewinne sorgen“, so Michalitsch abschließend.

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