Vater hält Baby © Andriy Petrenko, stock.adobe.com
Vater hält Baby © Andriy Petrenko, stock.adobe.com

Komplett-Reparatur des Papamonats

Es ist aus Sicht der AK Burgenland grundsätzlich zu begrüßen, dass seit einigen Tagen die Diskussion rund um den Papamonat wieder Schwung aufgenommen hat. Insbesondere die längst überfällige Gesetzesänderung in Hinblick auf den Papamonat bei Spitalsaufenthalt von Mutter und Kind spricht AK-Präsident Michalitsch an: „Niemand darf aufgrund eines Spitalaufenthalts nach der Geburt um den Familienzeitbonus umfallen. Denn wir wissen alle, dass Mutter und Kind nach der Entbindung meistens noch drei, vier Tage im Spital sind. Spitalsaufenthalte sind logischerweise immer medizinisch bedingt und dürfen kein Hindernis für den Papamonat sein.“ 

Die seitens des Familienministeriums kolportierte Gesetzesänderung dürfe nicht erst, wie angekündigt, mit 1. Jänner 2019 gelten: „Alle, denen der Papamonat seit dem ersten Geltungstag des Gesetzes im Jahr 2017 nicht gewährt wurde, müssen rückwirkend entschädigt werden. Was es jedenfalls nicht braucht, sind neue bürokratische Hürden im Hinblick auf Verlegung des Hauptwohnsitzes oder dergleichen.“ 

AK-Präsident Michalitsch geht in seiner Forderung nach einer Reparatur des Papamonats aber noch weiter: „Wenn schon eine Reparatur des Gesetzes angestrebt wird, dann sollte diese richtig erfolgen zum Beispiel mit einem Rechtsanspruch auf den Papamonat für alle.“ 

„Ein Rechtsanspruch ermöglicht es allen Vätern, die ersten Wochen beim Kind zu verbringen. Das ist ein wichtiges Instrument für mehr Gleichstellung und führt dazu, dass sich Väter verstärkt der Kinderbetreuung widmen“, erklärt AK-Frauenreferentin Mag.a Gabi Tremmel-Yakali. Derzeit können Arbeitnehmer auf freiwilliger Basis ein „Papamonat“ mit ihrem Arbeitgeber vereinbaren. „Ein Rechtsanspruch würde gewährleisten, dass Väter unabhängig vom Wohlwollen der Unternehmen die Familienzeit in Anspruch nehmen können“, so Tremmel-Yakali. Das ist aus Sicht der AK nicht nur für Väter und deren Familien ein Gewinn, sondern auch Unternehmen würden von der Sozialkompetenz profitieren. 

Ebenfalls Änderungsbedarf sieht die AK bei der Höhe und der Anrechnung des Familienzeitbonus auf das Kinderbetreuungsgeld, sollte sich der Vater aufgrund der Erfahrungen im Papamonat auch zum Bezug des Kinderbetreuungsgeldes entscheiden. „Diese Anrechnung ist absolut widersinnig“, so AK-Präsident Gerhard Michalitsch abschließend.  

Kontakt

Robert Hergovich
Kommunikation & Marketing


T: 02682 740 3140