AK-Präsident © Roman Felder, AK Burgenland
Gerhard Michalitsch © Roman Felder, AK Burgenland

Krankenkassen: AK-Präsident gegen Entmündigung der Arbeitnehmer

Der Gesetzesentwurf zur Krankenkassenreform soll nun in Begutachtung gehen. Kritik am Plan der Bundesregierung übt heute Burgenlands AK-Präsident Gerhard Michalitsch: „Statt das österreichische Gesundheits- und Sozialversicherungssystem sinnvoll weiterzuentwickeln, geht es der Bundesregierung um Machtspiele auf dem Rücken der Arbeitnehmer. Für die Versicherten bedeutet das weniger Demokratie und die Angst vor Leistungskürzungen. Das ist keine Politik im Interesse der Menschen, sondern eine Politik mit der Abrissbirne und dem politischen Farbkübel!“

Die Krankenkassen gehören den 8,7 Millionen Versicherten in Österreich – knapp 300.000 im Burgenland. „Das ist ihre Versicherung. Denn es sind ihre Beiträge, um die es geht!“, stellt der AK-Präsident klar. Ihre Interessen werden entsprechend der Beitragsgrößen mehrheitlich von Arbeitnehmervertretern hochgehalten. Nach dem Plan der Bundesregierung soll in Zukunft de facto die Arbeitgeberseite die Mehrheit bekommen. „Da wird ein demokratisches Prinzip durch politische Willkür ersetzt. Dann können jene schalten und walten, die lediglich einen kleinen Teil der Beiträge leisten. Das kommt einer Entmündigung der Arbeitnehmer in den Versicherungsträgern gleich! Alle Leistungen könnten dann nur mehr nach ihrem Nutzen für die Unternehmen bewertet und vielfach gestrichen werden“, warnt AK-Präsident Michalitsch.

Wenn die Krankenkassen zentralisiert werden, drohen den Burgenländern damit nicht nur weniger Leistungen, sondern auch die Schließung der Bezirksstellen, befürchtet Michalitsch. Auf kranke Menschen aus den Region kommen dann deutlich längere Wege zu.