AK-Präsident Gerhard Michalitsch und Jugend am Werk-Standortleiter Herbert Preinsperger © Felder, AK Burgenland
AK-Präsident Gerhard Michalitsch und Jugend am Werk-Standortleiter Herbert Preinsperger © Felder, AK Burgenland

Lehrstellen: Initiative lohnt sich!

Während ein Teil der burgenländischen Betriebe dringend Lehrlinge sucht, stehen potentielle Lehrstellensuchende vor dem Problem keine Ausbildung anfangen zu können. Gerade die CoV-Krise hat die Lage noch verschärft. Trotzdem lohnt es sich auf die Suche zu gehen. Gerade überbetriebliche Lehrwerkstätten haben noch offene Lehrstellen. „Auch wenn die Situation teilweise alarmierend ist und sich die Problematik voraussichtlich noch zuspitzen wird, können wir nur raten sich trotzdem zu bewerben. Es gibt noch Ausbildungsplätze“, rät AK-Lehrlingsbeauftragte Nina Wimmer. 

Hunderte Lehrstellen sollen bis Herbst neu besetzt werden, aber derzeit melden sich – offenbar wegen der Verunsicherung durch die CoV-Krise – zu wenig Interessierte.

Umgekehrt werden im Sommer rund 2.000 Schüler im Burgenland die Schule abschließen und sind somit potenzielle Lehrstellensuchende. Das Problem: Aufgrund der Covid-19-Krise und der damit verbundenen Rezession ist davon auszugehen, dass sich die Anzahl der verfügbaren Lehrstellen im Burgenland reduzieren wird. Die ersten Auswirkungen sind bereits am Lehrstellenmarkt sichtbar und werden von den aktuellen AMS-Zahlen untermauert. Hier stehen Ende Mai 167 Lehrstellensuchende 84 offenen Lehrstellen gegenüber. 

„Aus der Beratung wissen wir von verzweifelten Eltern und Schülern. Bereits zugesagte Lehrstellen werden wieder abgesagt, Lehrstellen wurden aufgelöst und Praktikumsplätze nicht mehr angeboten“, weiß AK-Lehrlingsbeauftragte Nina Wimmer, LL.M.(WU). 

Doch auch die Betriebe stehen vor großen Problemen. Denn ihnen fehlt es an Lehrlingen. So hat eine Firma im Südburgenland statt der üblichen 25 Lehrlinge dieses Jahr nur drei Bewerbungen „Obwohl sich viele Betriebe um Lehrlinge bemühen, sind Eltern und Jugendliche abwartend und sehr zurückhaltend“, berichtet Wimmer. 

Auch „Jugend am Werk“ mit dem Lehrbetrieb Rotenturm bemerkt eine auffallende Zurückhaltung. Der Lehrbetrieb bildet derzeit 45 Jugendliche aus. Für den Herbst schaut es düster aus. Derzeit gibt es noch freie Plätze. „Die derzeitige Entwicklung stimmt mich nachdenklich. Ich habe die PTS-Schüler zu Schnuppertagen geladen. Drei von rund 70 Schülern sind gekommen. Viele Jugendliche sind derzeit verunsichert, aber wir organisieren gerne Schnuppertage, um die Ausbildung in Metallberufen kennen zu lernen. Vor allem junge Frauen möchten wir so ermutigen, eine technische Ausbildung zu starten. Denn die Metallbranche ist gut bezahlt und auch eine schöne Arbeit“, appelliert Jugend am Werk-Standortleiter Herbert Preinsperger. 

„Wir können lehrstellensuchenden Jugendlichen nur raten Bewerbungen zu schreiben, eventuell diese nochmal zu überarbeiten. Sie sollen dran bleiben und auf keinen Fall den Kopf in den Sand stecken, falls Absagen kommen“, empfiehlt Wimmer.

„Selbst wenn Betriebe heuer leider weniger Lehrlinge ausbilden, lohnt es sich die Initiative zu ergreifen. Es gibt noch Chancen eine Lehrstelle zu finden. Die Suche lohnt sich!“, versichert Wimmer.

Klappt es mit einer Lehrstelle nicht, dann bleibt nur der Weg zum AMS. Dort wird man vermittelt oder bekommt einen Platz in der Überbetrieblichen Lehre oder beim Lehrbetrieb Rotenturm von Jugend am Werk.    

Bei Problemen oder Fragen steht AK-Lehrlingsbeauftragte Nina Wimmer (02682/740-3164) mit Rat und Tat zur Seite.

Kontakt

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Bianca Werfring, Kommunikation & Marketing der AK Burgenland, T: 0664/823 9449, E: bianca.werfring@akbgld.at