Mag. Heiuzi-Erik Hobisch © Roman Felder, AK Burgenland
Mag. Heinzi-Erik Hobisch © Roman Felder, AK Burgenland

Öffnung der Schulen: Was berufstätige Eltern wissen müssen

Zurück in die Klassenzimmer heißt es ab Montag für die burgenländischen Schüler. Doch mit Schichtbetrieb und regelmäßigen Corona-Schnelltests ergeben sich auch für berufstätige Eltern viele Fragen. Die Unsicherheit bei den Eltern ist groß. Denn zu arbeiten haben die meisten Eltern trotzdem. Während mit einem positiven Corona-Test des Kindes im Regelfall die Sonderbetreuungszeit für die Erziehungsberechtigten einhergeht, liegt für Eltern nach dem Verbrauch dieses Anspruchs eine Dienstverhinderung vor. „Die Verunsicherung bei den Eltern ist oft groß. Bei Fragen oder Unsicherheiten lohnt sich ein Anruf bei uns“, rät AK-Arbeitsrechtsexperte Mag. Heinzi-Erik Hobisch.

Schichtbetrieb und regelmäßige Coronatests: Nach den Semesterferien kehrt ein Stück Normalität in Burgenlands Schulen ein. Rund 35.000 Schüler haben nach Wochen des Distance Learning wieder die Möglichkeit, den Präsenzunterricht zu besuchen. Voraussetzung dafür sind Corona-Selbsttests an der Schule. Doch genau diese neuen Regeln bringen so manche Eltern ins Schwitzen. Denn was, wenn der Corona-Schnelltest des Kindes positiv ist? Im Regelfall führt ein positiver Test der Kinder mit dem Absonderungsbescheid zu einem Sonderbetreuungszeit-Anspruch der Eltern. Damit haben die Eltern einen Rechtsanspruch auf bezahlte Freistellung zur notwendigen Betreuung eines bis zu 14-jährigen Kindes. „Im Zuge der notwendigen Betreuung können Eltern die Sonderbetreuungszeit von bis zu vier Wochen – egal ob ganz- oder halbtägig - in Anspruch nehmen. Das gilt pro Elternteil, selbst dann, wenn ein gemeinsamer Wohnsitz mit dem Kind nicht vorliegt. Eltern haben damit das Recht beim Kind zu Hause zu bleiben und bekommen während dieser Zeit das volle Entgelt vom Arbeitgeber bezahlt. Darauf besteht ein Rechtsanspruch, d.h. der Arbeitgeber muss zwar unverzüglich informiert werden, kann die Sonderbetreuungszeit aber nicht ablehnen. Wichtig dabei ist, dass die Betreuung zu Hause tatsächlich notwendig ist und nicht durch andere Personen oder Familienmitglieder abgedeckt werden kann“, informiert der AK-Arbeitsrechtsexperte Mag. Heinzi-Erik Hobisch.

Dieser Anspruch gilt auch, falls das Kind aufgrund eines Coronafalles in Quarantäne geschickt oder die Betreuungseinrichtung behördlich geschlossen wird. 

Ebenso zum Tragen kommt die Sonderbetreuungszeit sollte sich der positive Schnelltest in der Schule letztlich als falsch herausstellen. Allein im Burgenland ist bei einer Spezifität von 99,26 Prozent mit mehreren hundert falsch-positiven Tests pro Woche in den burgenländischen Schulen zu rechnen. „Bei einem positiven Schnelltest in der Schule wird von einer vorläufigen Absonderung bis zum Ergebnis des PCR-Tests auszugehen sein. Auch diese Absonderung rechtfertigt die Sonderbetreuungszeit bis zum negativen PCR-Test“, informiert Hobisch.

Selbst wenn die Sonderbetreuungszeit bereits verbraucht wurde, gibt es keinen Grund zur Sorge. „Wenn Eltern plötzlich die Betreuungsmöglichkeit für ihr Kind verlieren, weil der Kindergarten oder die Schule kurzfristig schließt, können Eltern ihre Kinder zuhause betreuen. Vorausgesetzt es gibt keine andere geeignete Betreuungsperson. Dann liegt eine unverschuldete Dienstverhinderung vor“, versichert der AK-Jurist.  

Bei Problemen und Fragen: Die Experten der AK Burgenland stehen mit Rat und Tat zur Seite (02682/740).

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Bianca Werfring, Kommunikation & Marketing der AK Burgenland, T: 0664/823 9449, E: bianca.werfring@akbgld.at