12.3.2018

Präsentation der Initiative „Wie soll Arbeit?“

Wie soll Arbeit? Das ist der Titel einer großen Initiative zum Mitreden und Mitbestimmen, die bis Ende Mai 2018 von Arbeiterkammer und ÖGB österreichweit durchgeführt wird. Mit der Initiative soll aktiv der Kontakt mit den Beschäftigten in Österreich gesucht und Input zu den verschiedensten Fragestellungen eingeholt werden. 

Was steckt hinter der Idee?

Mit rund 55.600 Beratungen im Jahr haben die Arbeiterkammer Burgenland, genauso wie der ÖGB und die Gewerkschaften durch Betriebsräte, Personalvertreter und Jugendvertrauensräte das Ohr bei ihren Mitgliedern und deren Arbeitsalltag. Das bedeutet, jeder burgenländische Arbeitnehmer wurde im vergangenen Jahr, statistisch gesehen, mindestens einmal beraten. „Neben dieser Beratungstätigkeit sind wir – AK und ÖGB – auch die Interessenvertretung der Arbeitnehmer. In diesem Sinne – als Dienstleister und als Interessenvertretung – starten wir gemeinsam eine großen Initiative: Wir treten in den Dialog mit den Arbeitnehmern. Wir hören ihnen zu. Und wir wollen wissen: Was können wir tun, um ihre Arbeitswelt besser zu machen?“, so Gerhard Michalits, Präsident der AK-Burgenland. 

Das Ziel der Initiative, die es in dieser Form in einer Interessenvertretung noch nie gegeben hat: In einen möglichst großen Dialog mit den Arbeitnehmern im Burgenland zu treten. Dabei gilt es Fragen wie „Soll es den 12-Stunden-Tag geben und sollen weiter Zuschläge für Überstunden wie bisher bezahlt werden? Oder soll es das Recht auf eine bezahlte Weiterbildungswoche pro Arbeitnehmer und Jahr geben?“ auf den Grund zu gehen. Daraus ergibt sich eine Leitschnur, auf welche Themen künftig stärker gesetzt werden und in welche Richtung sich die Angebote an die Mitglieder weiterentwickeln sollen. 

Die Initiative setzt dabei sieben thematische Schwerpunkte:

  • Arbeitszeit
  • Lohn- und Sozialdumping
  • Gerechtigkeit: Gleicher Lohn für gleiche Leistung
  • Wohnen
  • Digitalisierung
  • Pensionen
  • und Soziale Sicherheit. 

Welche Schwerpunkte gibt es?

Die Beschäftigten in Österreich werden zum Mitreden ermuntert: „Wie soll die Arbeitswelt in Zukunft gestaltet sein? Was können wir tun, um die Arbeits- und Lebensumstände der Beschäftigten weiter zu verbessern?  Und ganz wichtig: Was sind für unsere AK-Mitglieder rote Linien? Wo müssen wir als Arbeitnehmervertreter sagen, bis hierher und nicht weiter?“, fragt Thomas Lehner, Direktor der AK-Burgenland.  

Neben den Sachthemen geht es in der Befragung auch um die Leistungen der AK. Grundsätzlich wisse man, dass AK und Gewerkschaften eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung haben, meint AK-Direktor Lehner und zitiert drei Umfrageergebnisse. „Im Rahmen der Dialoginitiative wollen wir jetzt ganz genau wissen, ob die 100.000 AK-Mitglieder im Burgenland mit unserem Themenangebot zufrieden sind. Daraus ergibt sich ein Paket an Leistungen, das wir als AK unbedingt anbieten wollen“, so Lehner.

Wie geht das Mitmachen?

„Alle Arbeitnehmer im Burgenland sind herzlich eingeladen, an der Befragung teilzunehmen. In den jeweiligen Mitgliederzeitschriften rufen wir dazu auf, einen Fragebogen auszufüllen – egal ob online auf der Seite http://www.wie-soll-arbeit.at/, unter #wiesollarbeit auf Twitter oder per Postkarte“, so Andreas Rotpuller, ÖGB-Landessekretär. „Ebenso befragen wir alle Arbeitnehmer, die in unsere AK- und ÖGB-Beratungszentren kommen. Außerdem treten wir in intensiven Dialog bei Betriebsbesuchen durch die Gewerkschaften“, erklärt Rotpuller. 

Was passiert mit den Ergebnissen?

Die Fragebögen werden von Ifes analysiert. Der Input, der aus anderen Kontakten mit den Beschäftigten stammt, wird ebenfalls berücksichtigt. Erste Ergebnisse sollen bereits im Juni beim ÖGB-Bundeskongress und bei der Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer präsentiert werden.

„Der Wunsch der Beschäftigten ist für Arbeiterkammer und ÖGB ein klarer Auftrag, welche Themen künftig stärker gesetzt werden sollen“, sagt Erich Mauersics, ÖGB-Landesvorsitzender. „Für uns ist ausschließlich die Meinung der Arbeitnehmer der Maßstab. Wir richten uns nach ihrer Meinung und niemanden anders sonst“, so der ÖGB-Landesvorsitzende.