Büroarbeitsplatz unter Corona © DisobeyArt, stock.adobe.com
Büroangestellte mit Mundschutz und Händedesinfektion © DisobeyArt, stock.adobe.com

Quarantäne-Aus: Wieder einmal bleiben viele Fragen offen

Die Politik hat entschieden. Ab 1. August gibt es keine behördliche Absonderung für Corona-Infizierte mehr. Infizierte Arbeitnehmer:innen ohne Symptome sind verpflichtet, arbeiten zu gehen. Laut AK Burgenland wird die Rechtsauslegung in die Betriebe verlegt und befürchtet, dass viele Fragen erst vor Gericht geklärt werden müssen. Außerdem sieht sie Nachbesserungsbedarf bei schwangeren Arbeitnehmerinnen und bei der Sonderbetreuungszeit. „Diese Verordnung ist wieder einmal nicht praxistauglich und lässt viele Fragen unbeantwortet. Die Bundesregierung wird sehen, dass die Arbeitswelt bunter ist als diese Verordnung. Sie muss die Verantwortung für alle Konsequenzen tragen. Im Guten wie im Schlechten“, kritisiert AK-Präsident Gerhard Michalitsch.
Die Bundesregierung wird sehen, dass die Arbeitswelt bunter ist als diese Verordnung. 

Die Verordnung lässt einige Fragen offen. So sieht die AK Burgenland Nachbesserungsbedarf bei schwangeren Arbeitnehmerinnen. Um sie zu schützen, muss die Sonderfreistellung ab 1. August wieder in Kraft gesetzt werden, wonach Schwangere ab der 14. Woche freigestellt werden.  Nach dem Auslaufen der Sonderbetreuungszeit Anfang Juli geraten Arbeitnehmer:innen zudem unter Druck, wenn sie positiv getestete aber symptomlose Kinder zu Hause betreuen müssen, weil diese vom Besuch der Kinderbetreuungseinrichtung ausgeschlossen sind. Auch hier besteht Handlungsbedarf. Einmal mehr betont die Arbeiterkammer auch, dass die Maßnahmen keine Aufweichung des Krankenstandes bewirken dürfen

Klar ist für die AK Burgenland auch, dass Arbeitgeber:innen im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht die Verantwortung für infizierte ebenso, wie für gesunde Mitarbeiter:innen tragen. Kommen sie dieser nicht nach, führt das zu Verunsicherung und zu Konflikten innerhalb der Belegschaft bzw. zu psychischen Druck. Das sollte der infizierten Person und den Kolleg:innen aber auch möglichen Kund:innen nicht zugemutet werden. „Wir fordern seit Beginn der Pandemie klare Spielregeln! Alle offenen Fragen müssen klar beantwortet werden, um nicht noch mehr Konflikte in die Betriebe hineinzutragen“, so Michalitsch abschließend.

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