Trolly © Petunyia, stock.adobe.com
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Reisen in Corona-Zeiten: Worauf Sie beim Buchen achten sollten

Viele Konsumenten wollen trotz Pandemie reisen. Durch Covid-19 haben sich viele Probleme mit Online-Buchungsplattformen, Fluglinien und Reiseveranstaltern gezeigt. Die Unternehmen bezahlten vor allem Rückforderungsansprüche nicht oder stark verzögert. Die AK-Konsumenten-schützer raten zu besonderer Sorgfalt bei Planung und Buchung von Reisen. „In derart unsicheren Zeiten ist es ratsam, besondere Vorsicht walten zu lassen. Da gilt es vor allem die Stornierungsbedingungen genau in Augenschein zu nehmen“, empfiehlt AK-Konsumentenschützer Mag. Christian Koisser.

Österreich hangelt sich von einem Lockdown zum anderen. Viele wollen einfach nur noch raus und hoffen auf den Sommer. Die Sehnsucht der Österreicher nach Sonne, Strand und Meer ist groß. Gleichzeitig herrscht viel Unsicherheit. Die AK-Konsumentenschützer geben Tipps, was bei der Buchung und Planung von Reisen zu beachten ist. 

Pauschalreisen
Für die Buchung von Pauschalreisen gibt es besondere rechtliche Rahmenbedingungen. Falls nämlich eine Pauschalreise nicht durchgeführt werden kann, haben Konsumenten einen konkreten Ansprechpartner und das Recht, den ganzen Reisepreis zurückzuverlangen. Dies gilt auch, wenn wesentliche Änderungen vorgenommen werden. Dazu ist eine kostenlose Stornierung beim Auftreten von unvermeidbaren, außergewöhnlichen und unvorhersehbaren Umständen möglich. „Aber: Die Covid-19 Pandemie ist mittlerweile kein unvorhersehbarer Umstand mehr. Ein kostenloses Storno kann in diesen Fällen ausgeschlossen sein. Es ist daher ratsam, schon im Rahmen der Buchung Stornozeiträume zu vereinbaren, in der vom Reisevertrag kostenlos zurückgetreten werden kann“, gibt AK-Konsumentenschützer Mag. Christian Koisser zu bedenken. 

Reiseversicherungen tragen oft nicht die Kosten, wenn Reisen aufgrund einer Pandemie storniert werden müssen. Diese decken nur Risiken wie Erkrankung der Reiseteilnehmer oder naher Angehöriger sowie Arbeitslosigkeit und Ähnliches ab.

Die Buchung bei einem europäischen Reiseveranstalter zahlt sich in Fall von Pauschalreisen ebenfalls aus. Sie müssen eine Kundengeldabsicherung vorweisen. Die Angaben zur Absicherung haben in den Buchungsunterlagen aufzuscheinen. Diese Versicherung übernimmt bei einer Veranstalterinsolvenz die Rückzahlung oder springt ein, wenn wegen der Insolvenz zusätzliche Kosten für die Rückreise anfallen.

Individualreisen
Heikler wird es bei Individualreisen. Viele Konsumenten wollen Flug und Unterkunft getrennt buchen. In diesem Fall ist es ratsam, den Flug direkt bei der Fluglinie zu buchen. Oft bieten Buchungsplattformen nur wenig oder keine Unterstützung und verrechnen hohe Servicegebühren. 
Zu beachten: Bei der Online-Buchung einer Unterkunft oder über eine Plattform im Ausland kommt der Vertrag nach dem jeweiligen Landesrecht zustande. Die Plattform ist nur der Vermittler. Koisser: „Die geltenden Gesetze können sich von den österreichischen Regelungen unterscheiden und die Rechtsdurchsetzung im Ausland ist erfahrungsgemäß schwierig.“

Dazu rät der Experte:
- Die Reise so flexibel wie möglich gestalten und keine höheren Vorauszahlungen als notwendig leisten.
- Ideal sind Tickets und Unterkünfte, die kostenlos umbuch- oder stornierbar sind. Auch wenn die Preise höher sind!
- Über die Stornogebühren von Reiseveranstaltern und Unterkünften vor der Buchung informieren.
- Reiseunterlagen aufbewahren und Zusatzvereinbarungen (wie kostenloses Storno) schriftlich festhalten!
- Werden zusätzliche Stornoversicherungen angeboten, bestehende checken und den Nutzen hinterfragen!

Kontakt

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Wiener Straße 7
7000 Eisenstadt

T: 02682 740 3961
E: konsumentenberatung@akbgld.at

Für journalistische Fragen:
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T: 0664/823 9449
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