1.6.2017
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So wird durch Inkasso frisches Geld gezaubert

Wer Geld schuldet sollte rechtzeitig zahlen, denn bei Zahlungsverzug können Mahnkosten anfallen. So viel ist ja bekannt. Doch wenn ein Inkassobüro und ein Anwalt aus einem angeblich geschuldeten Betrag in der Höhe von 3 Euro eine Forderung von 145,92 Euro „zaubern“, sprengt das alle bisher bekannten Grenzen.


Der betroffene Südburgenländer hatte sich einige Waren bei einem billigen Anbieter im Internet bestellt. Bei der Bezahlung lief etwas schief und er wurde gemahnt. Schnell war ein Inkassobüro eingeschaltet, woraufhin die Forderungen schwindelerregende Höhen erreichten.
Für jede bestellte Ware wurden gesondert Inkassokosten verlangt. Die Versuche des Konsumenten, die Angelegenheit aufzuklären, wurden nur mit neuen Inkassoschreiben und noch höheren Kosten beantwortet. Innerhalb weniger Monate wurde auf diese Art aus einem Warenwert von 3 Euro eine Forderung in Höhe von 145,92 Euro. Aber auch bei anderen bestellten Waren war man kreativ: Aus dem Bestellwert für eine andere Ware in Höhe von 8 Euro wurde in diesem Zeitraum eine Forderung von 151 Euro aus 26 Euro wurden 181,66 Euro. Begleitet waren diese Forderungen jeweils mit den Drohungen eine Klage einzubringen und die Bonität des Konsumenten massiv zu schädigen.


Nach der Intervention der Arbeiterkammer Burgenland anerkannte das Unternehmen endlich, dass die Rechnung bereits bezahlt war. Jene Beträge, die auf Grund der Einschüchterungen zu viel bezahlt worden waren, wurden zurückbezahlt. Betont wurde jedoch, dass die Inkassokosten mit den gesetzlichen Vorgaben vereinbar gewesen seien.
Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass diese gesetzlichen Vorgaben dem Missbrauch durch Inkassounternehmen Tür und Tor öffnet. Die entsprechende Verordnung gibt über mehrere Tarifposten wie „Allgemeine Bearbeitungskosten“, „Mahnungen“, „Evidenzhaltungsgebühr“ und andere Gebühren zu viele Möglichkeiten Kosten zu schinden.


AK-Präsident Gerhard Michalitsch betrachtet derartige Auswüchse mit Unbehagen: „Auf diese Weise wird oft gerade Personen, die ohnehin auf jeden Euro schauen müssen, viel Geld abgeluchst. Daher muss es eine Beschränkung geben, die einerseits vernünftiges Mahnen von säumigen Schuldnern ermöglicht, jeglichen Missbrauch jedoch ausschließt.“ 

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