Frau in rotem Kleid in Santorin © Maridav, stock.adobe.com
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Sommerzeit ist Urlaubszeit

Die Urlaubszeit steht vor der Tür. Der Urlaub gilt bei vielen als die schönste Zeit im Jahr. Trotzdem kann diese Zeit viele Fragen aufwerfen. Diese beantworten die Arbeitsrechtsexpert:innen in der AK Burgenland. Allgemein gilt, sowohl Arbeitnehmer:innen also auch Arbeitgeber:innen haben Rechte und Pflichten, wenn es um die schönste Zeit im Jahr geht.

Vereinbarungssache
Urlaub muss immer zwischen Arbeitnehmer:in und Arbeitgeber:in vereinbart werden. Damit können Dienstnehmer:innen vom Chef auch nicht zwangsweise in den Urlaub geschickt werden. „Vereinbaren Sie Ihren Urlaub immer schriftlich. Dann können Sie sorglos die schönste Zeit im Jahr planen“, rät AK-Jurist Mag. Helmut Steiger. Ist der Urlaub mal bewilligt wird es schwer ihn zu streichen. Dann müssen wichtige wirtschaftliche Gründe wie z.B. Betriebsnotstand vorliegen. In diesem Fall muss der Arbeitgeber die bereits getätigten Kosten übernehmen. Ein Tipp: Eventuell vorher rechtlich abklären lassen. 
Die Ausnahme von dieser Regel ist der „neue“ persönliche Feiertag“. Damit haben Arbeitnehmer:innen das Recht, den Zeitpunkt eines Urlaubstages pro Urlaubsjahr einseitig zu bestimmen. Dieser muss drei Monate im Vorhinein bekannt gegeben werden.

Keine Erreichbarkeit
Mit Smartphone & Co. nehmen Dienstnehmer:innen die Arbeit auch mit in den Urlaub. Doch: Arbeiten im Urlaub ist nicht rechtens. Steiger: „Urlaub ist Urlaub. Sie können es ablehnen, auch im Urlaub „in Bereitschaft“ zu sein und Leistungen zu erbringen.“

Krank im Urlaub
Urlaub dient zur Erholung. Diese Erholung wird durch eine Erkrankung oder Quarantäne während des Urlaubs stark eingeschränkt. Erkrankungen, die länger als drei Tage dauern, unterbrechen daher den Urlaub. „Sollte dieser Fall eintreten, ist die Erkrankung während des Urlaubes den Dienstgeber.innen zu melden. Eine allfällige Quarantäne unterbricht den Urlaub sofort“, erklärt Steiger. 

6. Urlaubswoche
Arbeitnehmer:innen stehen fünf Wochen bezahlter Urlaub pro Arbeitsjahr zu. „Das Arbeitsjahr beginnt mit dem Tag, an dem die Arbeitnehmer:innen in die Firma eingetreten sind. In manchen Betrieben ist jedoch das Kalenderjahr als Urlaubsjahr vereinbart“, informiert der AK-Jurist. Beim Arbeitsantritt in einer neuen Firma wächst der Urlaubsanspruch in den ersten sechs Monaten im Verhältnis zu jener Zeit, die man schon im Betrieb beschäftigt ist. Im Normalfall sind es pro Monat bei einer 5-Tage-Woche zwei Arbeitstage. Ab sechs Monaten hat man den vollen Urlaubsanspruch. Ab dem 26. anrechenbaren Arbeitsjahr steht den Arbeitnehmer:innen eine 6. Urlaubswoche zu. 

Mit den fünf Wochen Urlaub gibt sich AK-Präsident Gerhard Michalitsch nicht zufrieden. Er will die 6. Urlaubswoche für alle. „Der Stress und Druck auf die Arbeitnehmer:innen ist enorm. Bei den herrschenden Arbeitsbedingungen besteht dringend Verbesserungsbedarf. Arbeit darf nicht krank machen, daher fordern wir die 6. Urlaubswoche für alle. Und nicht erst nach 25 Jahren“, pocht Burgenlands AK-Präsident Gerhard Michalitsch auf mehr Urlaubstage für Arbeitnehmer:innen.

Aufpassen heißt es bei der Verjährung, denn Urlaub kann verjähren. Steiger: „Ihr Urlaub verjährt zwei Jahre nach Ende des Urlaubsjahres, in dem er entstanden ist. Das heißt: Sie haben drei Jahre Zeit, um Urlaub zu verbrauchen.“

Rasche Hilfe
Die Expert:innen der AK Burgenland stehen mit Rat und Tat zur Verfügung: (02682/740) oder bgld.arbeiterkammer.at. 
Kommenden Montag ist AK-Jurist Helmut Steiger zum Thema Urlaub auch in der Sendung „Gut Beraten“ im Radio Burgenland Nachmittag von 15 bis 16 Uhr zu hören. Von 16 bis 17 Uhr werden Fragen am Hörertelefon beantwortet.

Kontakt

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