3.3.2017
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Steuer sparen mit den Tipps der Arbeiterkammer

Die AK hilft bei der Arbeitnehmerveranlagung!                                   

Die von AK und ÖGB erreichte Steuerreform 2016 zur Senkung der Lohnsteuer bedeutet für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine jährliche finanzielle Entlastung von 5,2 Milliarden Euro.

AK-Vizepräsident Gerhard Michalitsch: „Dass diese Reform gelungen ist, war nicht selbstverständlich. Sie ist ein Erfolg von 900.000 Menschen, die unterschrieben und unsere Forderung nach einer Entlastung unterstützt haben.“

Die spürbare Entlastung hat bereits erste Wirkung gezeigt. 2016 hat vor allem der private Konsum wieder zugenommen. Damit hat die Lohnsteuerreform auch erste Effekte auf die Konjunktur ausgelöst und zu einer positiven Wirtschaftsentwicklung in Österreich beigetragen.

Neben der großen finanziellen Entlastung ist im Rahmen der Lohnsteuerreform mit der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung noch ein zweiter Punkt gelungen, für den sich die Arbeiterkammer lange stark gemacht hat.

„Wir wissen, dass jährlich um die 200 Millionen Euro am Finanzamt liegen bleiben. Deshalb steht unsere alljährliche Lohnsteueraktion auch wieder unter dem Titel „Hol dir dein Geld zurück!“ – bei der wir Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gezielt zur Durchführung der Arbeitnehmerveranlagung beraten. Und es zahlt sich aus!“, so AK-Vizepräsident Gerhard Michalitsch.

Im Schnitt erhalten burgenländische ArbeitnehmerInnen zwischen 200 und 300 Euro zurück. Mit Hilfe der Arbeiterkammer Burgenland konnten sich 2016 die burgenländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer rund 1,7 Millionen Euro vom Finanzamt zurückholen.   

Arbeitnehmerveranlagung: Die Änderungen 

Ab heuer wird es einfacher, zu viel bezahlte Steuern vom Finanzamt zurückzubekommen. Denn es ist künftig kein Antrag mehr notwendig. Wer wenig verdient oder schon in Pension ist, spart sich so auch den Antrag auf Auszahlung der Negativsteuer. Diese wird in der zweiten Jahreshälfte automatisch ausgezahlt. Eingeführt wurde die antragslose Veranlagung mit der letzten Steuerreform.  

„Ziel ist es, dass vor allem Menschen mit geringem Einkommen oder Mindestpension ihre Steuergutschrift jedenfalls bekommen – und nicht aus Unkenntnis nichts erhalten, weil sie bisher keine Arbeitnehmerveranlagung gemacht haben“, so AK-Steuerexperte Reinhold Haring. 

Wer mehr als die Pauschalbeträge in Anspruch nehmen und zusätzliche Ausgaben absetzen möchte, muss weiterhin einen Antrag stellen. Zudem startet die Finanz die antragslose Arbeitnehmerveranlagung (ANV) für das Jahr 2016 nur dann automatisch, wenn bis Ende Juni 2017 kein Antrag auf Lohnsteuerausgleich vorliegt und wenn mit einer Steuergutschrift zu rechnen ist. 

Haring: „Wer also bisher immer einen Antrag gestellt hat, wer Sonderausgaben hat oder wer nicht warten möchte, der sollte auch heuer wieder gleich den Antrag stellen.“ 

Wie funktioniert die antragslose Veranlagung genau?

Sie startet erst ab Juli 2017. Allerdings nur, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es dürfen keine „Pflichtveranlagungsgründe“ vorliegen, etwa dass zeitweise gleichzeitig zwei oder mehrere lohnsteuerpflichtige Einkünfte oder ausländische Pensionen bezogen wurden. Es darf auch keine Pflichtveranlagung vorliegen. 
  • Bis zum 30. Juni wurde noch keine Arbeitnehmerveranlagung durchgeführt.
  • Auf Grund der Aktenlage ist anzunehmen, dass ausschließlich Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit bezogen werden.
  • Bei der antragslosen Veranlagung muss eine Steuergutschrift heraus-kommen. Das Finanzamt geht auf Grund der Aktenlage davon aus, das diese Gutschrift auch durch weitere Abschreibungen nicht höher wird. Dies wird besonders bei Einkünften unter der Steuergrenze der Fall sein, wo es nur um die Rückerstattung der Sozialversicherungs-Negativsteuer geht oder wo bereits Sonderausgaben an das Finanzamt übermittelt wurde. Auch bei schwankenden Bezügen (z.B. bei Karenzierungen, Pensionsantritt) kann – ohne weitere Abschreibungen – eine Gutschrift herauskommen.
  • Dem Finanzamt ist die Bankverbindung bekannt. Wenn nicht, wird die Gutschrift nicht auf das Konto des Steuerpflichtigen überwiesen. In diesem Fall muss dem Finanzamt die Kontonummer bekannt gegeben oder ein Rückzahlungsantrag gestellt werden. 
  • Dem Finanzamt liegen die Daten über lohnsteuerpflichtige Einkünfte (also der Jahreslohnzettel) und gegebenenfalls Daten über Sonderausgaben vor.

 

Weitere wichtige Änderungen:

Erhöhung der Negativsteuer: Sie beträgt 50 Prozent der Sozialversicherungs-Beiträge, maximal 400 Euro jährlich. Besteht Anspruch auf das Pendlerpauschale, erhöht sie sich auf maximal 500 Euro jährlich. Neu ist außerdem: Auch PensionistInnen erhalten die Negativsteuer in der Höhe von 50 Prozent, maximal aber 110 Euro.

Der Kinderfreibetrag wird verdoppelt: Er beträgt daher ab der Arbeitnehmerveranlagung 2016 nun 440 Euro pro Kind. Wird der Kinderfreibetrag gesplittet, beträgt er 300 Euro pro Elternteil (statt wie davor 132 Euro).

Ab 2018: Sonderausgaben automatisch berücksichtigt 

Noch „automatischer“ wird die Arbeitnehmerveranlagung 2017 ab dem Jahr 2018. Dann berücksichtigt das Finanzamt bei der antragslosen Veranlagung auch

  • Kirchenbeiträge
  • Spenden 
  • Beiträge zur freiwilligen Weiterversicherung bzw. den Nachkauf von Versicherungszeiten.

Allerdings müssen die Daten von den Empfängern der Zahlung dem Finanzamt übermittelt werden. Daher brauchen diese Organisationen Vor- und Zuname sowie das Geburtsdatum. Somit können anonyme Spenden nicht mehr steuerlich abgesetzt werden.

Topfsonderausgaben (Personenversicherungen, Wohnraumschaffung, Wohnraumsanierung) sind seit 1.1.2016 nicht mehr absetzbar. Allerdings: Verträge, die bis zum 31.12.2015 abgeschlossen wurden bzw. ein Baubeginn vor diesem Datum, können noch bis einschließlich 2020 abgesetzt werden.  

Mehr Negativsteuer wichtig für Teilzeitbeschäftigte 

Die Lohnsteuer wird so berechnet, als ob ArbeitnehmerInnen das ganze Jahr über gleich viel verdient hätten. Wer erst während des Jahres zu arbeiten begonnen oder den Job gewechselt hat, und dessen Einkommen unterschiedlich hoch waren, dem wurde zu viel Steuer abgezogen. Für BerufsanfängerInnen, Lehrlinge, WiedereinsteigerInnen oder BerufsumsteigerInnen zahlt es sich deshalb besonders aus, die Arbeitnehmerveranlagung zu machen.

 

AK-Steuerexperte Reinhold Haring: „Nach Erfahrungen der AK Burgenland verzichten auch viele Teilzeitbeschäftigte, die nur sehr wenig verdienen, auf die Arbeitnehmerveranlagung. Aber auch diese ArbeitnehmerInnen können sich über die Negativsteuer Geld vom Finanzamt holen, die im Zuge der Steuerreform deutlich erhöht wurde. Viele ArbeitnehmerInnen wissen auch nicht, dass sie die Arbeitnehmerveranlagung bis zu fünf Jahre im Nachhinein machen können.“ 

AK-Steuerberatungstage nutzen! 

Im Zuge der AK-Lohnsteueraktion beraten SteuerexpertInnen der AK, wie sich ArbeitnehmerInnen über die Arbeitnehmerveranlagung (früher: Steuerausgleich) Geld vom Finanzamt zurückholen können.

Die Aktion findet heuer zwischen 6. bis 21. März 2017 statt. Lohnsteuerberatungen gibt es sowohl in der AK-Zentrale in Eisenstadt, als auch in allen AK-Bezirksstellen (siehe Beilage).  

Auf bgld.arbeiterkammer.at sind umfangreiche Informationen abrufbar. Im Aktionszeitraum, der nächste Woche startet, gibt es von Montag bis Freitag täglich auch einen Steuerspartipp auf Radio Burgenland.

Die AK-SteuerexpertInnen sind auf Einladung des Betriebsrates auch in Unternehmen unterwegs, um ArbeitnehmerInnen vor Ort zu beraten.  

AK-Forderungen! 

Die Steuerreform war ein wichtiger Schritt zur Entlastung der ArbeitnehmerInnen. Weitere Maßnahmen müssen auf dem Weg zu einem gerechten Steuersystem folgen:

  • Kampf gegen die kalte Progression: Die von den Gewerkschaften hart ausverhandelten Lohn- und Gehaltserhöhung dürfen nicht von der kalten Progression wieder aufgefressen werden. Betroffen von der kalten Progression sind vor allem die unteren Einkommensgruppen. Die Bundesregierung muss die in ihrem neuen Arbeitsübereinkommen getroffenen Maßnahmen rasch umsetzen.
  • Entlastung von Wenigverdienern: Ein Mindestlohn von 1.500 Euro soll in Zukunft steuerfrei sein.
  • Stärkere Beteiligung von Vermögenden und Millionären am Staatshaushalt. Denn im Gegensatz zu den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern tragen die Millionäre und Vermögenden in Österreich wenig zum Gemeinwohl bei. Zwei Drittel des Staatshaushaltes werden von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern finanziert.
  • Kampf gegen Steueroasen: Konzerne sollen dort Steuer zahlen, wo ihre Gewinne erzielt werden.
  • Umsetzung der Transaktionssteuer für Finanzmarktgeschäfte.
  • Schaffung einer Wertschöpfungsabgabe: Denn immer öfter werden dort hohe Gewinne erwirtschaftet, wo eigentlich kaum oder nur sehr wenige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt sind. 

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