Mechanikerlehrling bei der Arbeit © Karin & Uwe Annas, Fotolia
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Tag der Lehre: AK & ÖGJ fordern Corona-Not-Ausbildungsfonds

Der Tag der Lehre (8. Oktober 2020) erinnert daran, dass eine umfassende und gute Ausbildung für Jugendliche der Grundstein für den beruflichen Erfolg ist. Eine abgeschlossene Lehrausbildung öffnet viele Türen. Trotzdem gilt es, die Lehre zu attraktivieren. Daher fordert AK-Präsident Gerhard Michalitsch den Ausbau der Ausbildungsplätze nach Interessen der Jugend, Lehrplätze mit Qualität und guter Entlohnung sowie einen Berufsausbildungsfonds.

Michalitsch: „Lehrlinge auszubilden ist das Gebot der Stunde. Das gibt jungen Menschen eine Zukunft und sorgt für notwendige Fachkräfte“, so der AK-Präsident und empfiehlt der Bundesregierung und vielen Unternehmen: „Aufhören zu jammern, aufwachen und endlich in mehr Ausbildungsplätze und Qualität investieren!“ Gemeinsam mit der Österreichischen Gewerkschaftsjugend Burgenland fordert Michalitsch mehr Ausbildungsplätze, mehr Rücksicht auf die Interessen junger Menschen und einen Corona-Not-Ausbildungsfonds.

Von Mechaniker, Dachdecker über Kellner bis zum Tischler oder Apotheker: Die Auswahl an Lehrberufen ist groß. Mehr als 200 Lehrberufe stehen zur Wahl. Damit die Berufswahl aufgrund des umfangreichen Angebots nicht zur Qual wird, fordert AK-Präsident Gerhard Michalitsch fachkundige Unterstützung für die Jugendlichen. „Wegen des Lockdowns im Frühjahr kennen viele Jugendliche weder das vielfältige Angebot, noch wo ihre Stärken und Interessen liegen. Aber nur wer seine Stärken und Interessen, aber auch die Ausbildungsangebote gut kennt, hat bessere Chancen den passenden Beruf zu finden. Entsprechend hoch qualitativ muss die Berufsorientierung sein. Da darf auch Corona nicht als Ausrede dienen. Diese Berufsorientierung gilt es nachzuholen. Damit die Arbeitnehmer von morgen nicht auf der Strecke bleiben“, fordert AK-Präsident Gerhard Michalitsch und verweist auf die Berufsorientierungsmappen der AK Burgenland, die burgenländischen Schülern der Neuen Mittelschulen sowie der Polytechnischen Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. 

Gerade eine fundierte Lehrlingsausbildung eröffnet Jugendlichen enorme Chancen. Doch die Praxis zeigt einen Mangel an Fachkräften. Der Grund: zu wenig gute Ausbildungsmöglichkeiten. Zudem ist das Interesse der Unternehmen gering, in gut ausgebildete Mitarbeiter zu investieren. Insbesondere die überbetrieblichen Ausbildungsplätze sollen aufgestockt werden, fordert Michalitsch: „Die Aufstockung der Ausbildungsplätze nach Interessen ist das Gebot der Stunde - vor allem in jenen Bereichen, die stark nachgefragt sind. Betriebe mit Lehrberufen, die gerade nicht im Trend liegen, müssen dagegen bessere Rahmenbedingungen schaffen. Denn junge Menschen wägen ganz genau ab, von welcher Ausbildung sie am meisten profitieren.“

Der AK-Präsident nimmt auch die Unternehmer in die Pflicht. „Die Wirtschaft beklagt weiterhin den Fachkräftemangel, es sind aber nur wenige Betriebe bereit, selbst auszubilden. Daher bedarf es einer zielgerichteten Förderung neuer Lehrstellen, einer entsprechenden Qualität der Lehre, aber auch bei der Entlohnung und beim Image besteht Handlungsbedarf. Eine KV-Mindestlehrlingsentschädigung im ersten Lehrjahr von 700 Euro wäre ein Anfang.“

ÖGJ: Lehrlingsbonus ist nicht genug!
Der ÖGJ (Österreichische Gewerkschaftsjugend) gehen die derzeitigen Möglichkeiten auch nicht weit genug. „Der Lehrlingsbonus der Bundesregierung ist ein erster Schritt. Das kann aber noch nicht alles gewesen sein“, postuliert ÖGB-Jugendsekretärin Ramona Pfneiszl. Die ÖGJ fordert einen Corona-Not-Ausbildungsfonds, dotiert mit 140 Millionen Euro. Gefördert werden sollen aber nur Betriebe, die aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten wegen der Corona-Krise Unterstützung benötigen. Die Ausschüttung der Förderung soll außerdem an die Ausbildungsqualität geknüpft werden. 

Die Arbeiterkammer vertritt die Interessen von Lehrlingen und Jugendlichen bei Ausbildung, Lehrverhältnis, Gesetzgebung: Die Aufgaben sind vielfältig. Bei Fragen stehen die AK-Experten Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite.

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Bianca Werfring
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