Eine Krankenschwester lächelt einen älteren Patienten an. © Photographee.eu, stock.adobe.com
© Photographee.eu, stock.adobe.com

Tag der Pflege: AK fordert Verbesserungen für Pflegeberufe

Personalmangel, ein deutlicher Anstieg der Aufgaben und das dauerhafte Tragen von Corona-Schutzbekleidung: Die Arbeitsbedingungen in den Gesundheitsberufen haben sich im Zuge der Covid 19-Pandemie weiter verschärft. Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege am 12. Mai fordert die Arbeiterkammer Burgenland erneut eine Verbesserung für Pflegeberufe. „Wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen und veränderte Arbeitszeiten mit mehr Freizeit. Die körperliche und psychische Belastung überschreitet in der Pandemie mehr denn je unsere Grenzen!“, plädiert die AK-Vizepräsidentin Bianca Graf, selbst diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin im Krankenhaus Oberwart beschäftigt, für bessere Arbeitsbedingungen für diese Berufsgruppe.

Die Corona-Krise hat die Pfleger, zumindest für kurze Zeit, zu Helden werden lassen. Doch der anfängliche Applaus ist längst verhallt. Die Probleme sind geblieben. Die Arbeitnehmer in den Gesundheitsberufen stoßen immer mehr an ihre Grenzen. Da bedarf es bessere Arbeitsbedingungen für diese Berufsgruppe. „Die Pfleger brauchen Arbeits- und Rahmenbedingungen, um die gestiegenen Anforderungen zu bewältigen und ohne dabei selbst krank zu werden“, fordert AK-Sozialrechtsexpertin Mag. Brigitte Ohr.

Die Errichtung eines Pflegecampus in Oberwart könnte einen essentiellen Schritt zur Verbesserung darstellen. Da kommt ein klares Ja von der AK Burgenland. „Es ist erfreulich zu hören, dass wir im Burgenland für mehr Ausbildung in der Pflege sorgen. Dies ist ein notwendiger Schritt um rechtzeitig in allen Bereichen der Pflege genügend Fachkräfte zu qualifizieren. In den nächsten Jahren stehen viele Pensionierungen von Pflegekräften an und zugleich werden immer mehr hoch qualifizierte Beschäftigte in der Pflege benötigt, da die Menschen immer älter werden“, führt die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin - seit 21 Jahren im Krankenhaus Oberwart tätig – aus. 

Doch schon bei der Ausbildung selbst, gilt es laut der Sozialrechtsexpertin nachzubessern. „Im dreijährigen Studium an der FH-Pflege arbeiten die Studierenden insgesamt rund 12 Monate in Pflegeheimen und Krankenhäusern völlig ohne Entgelt. Das ist eine untragbare Situation. Im Gegenteil: wir müssen diese Ausbildung fördern und zwar vor allem auch den gehobenen Dienst in der Gesundheits- und Krankenpflege. Noch dazu sind die Studierenden im Gegensatz zur ehemaligen Gesundheits- und Krankenpflegeschule nicht pensionsversichert. Da der Beruf der Pflege aber extrem anstrengend ist, fordern wir die Schwerarbeit in der Pflege praxisnahe auszugestalten. Dies geht aber nur mit genügend Pensionsversicherungsjahren!“

Kontakt

Kontakt

Für journalistische Rückfragen: 
Bianca Werfring
Kommunikation & Marketing
T: 0664/823 9449
E: bianca.werfring@akbgld.at