8.9.2017
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Tankwart doppelt geprellt

Ein Fall aus der AK-Rechtsberatung, der zeigt, wie Unternehmen bei der Verrechnung von Arbeitszeiten tricksen und ArbeitnehmerInnen um ihren Lohn prellen.
Ein Mann arbeitete in einer Tankstelle im Nordburgenland. Zu Beginn seiner Tätigkeit wurde eine Arbeitszeit von 20 Wochenstunden vereinbart, die auch der Sozialversicherung gemeldet wurden. Mehrstunden sollten aber geleistet werden, eine Höhermeldung auf die tatsächliche Arbeitszeit wurde in Aussicht gestellt.
Tatsächlich musste der Arbeitnehmer aber regelmäßig weit über 20 Stunden in der Woche arbeiten, die Mehrstunden bezahlte der Arbeitgeber in bar mit 6 Euro netto pro Stunde – also „schwarz“. Dieser Stundenlohn war sogar geringer als jener für eine Normalstunde (7 Euro 12 Cent netto). Mit anderen Worten: Bei allen Arbeitsstunden über die vereinbarten 20 Wochenstunden hinaus „sparte“ sein Chef bei Lohn, Steuer und Sozialversicherungsbeiträgen!
Als der Tankwart eine Woche auf Urlaub ging, musste er dafür 20 Wochenstunden „einarbeiten“, ohne für diese Mehrarbeit entlohnt zu werden. 
Nach rund drei Monaten ständiger Vertröstungen auf eine korrekte Anmeldung und Bezahlung sprach der Arbeitnehmer seinen Chef direkt darauf an, dass  es nicht korrekt sei, die Überstunden „schwarz“ und mit nur 6 Euro zu bezahlen. Die Antwort des Unternehmers: „Wenn es dir nicht passt, kannst du gehen und gib mir die Schlüssel!“ Daraufhin wandte sich der betroffene Arbeitnehmer an die Arbeiterkammer Burgenland um Rat.
„Der Arbeitnehmer war nur für 20 Stunden angemeldet, obwohl er jede Woche deutlich mehr arbeiten musste“, sagt AK-Jurist Mag. Martin Sugetich. „Damit wollte der Unternehmer offensichtlich auf Kosten des Arbeitnehmers sparen. Er schädigte aber nicht nur diesen, sondern auch die Allgemeinheit, weil  der Gebietskrankenkasse Sozialversicherungsbeiträge vorenthalten wurden. Leider ist das kein Einzelfall, sondern vielfach übliche Praxis.“ 
Die AK Burgenland hat für ihr Mitglied sämtliche offenen Ansprüche (wie Mehr- und Überstundenentgelt, Sonderzahlungen und Urlaubsersatzleistung) eingefordert und für den Arbeitnehmer rund 1.200 Euro netto erstritten. Auch die Beiträge zur Sozialversicherung muss der Unternehmer nachzahlen.

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