Frau arbeitet krank im Büro © Elnur, stock.adobe.com
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Trotz Krankheit im Homeoffice arbeiten

Ein Krankenstand ist auch im Homeoffice ein Grund, nicht zu arbeiten. Auch wenn die aktuellen Zahlen eine deutliche Tendenz zum Arbeiten trotz Krankheit zeigen. Denn mehr als die Hälfte aller Befragten (56 Prozent) arbeitet eher von zu Hause als in den Krankenstand zu gehen. Doch auch im Homeoffice gelten die üblichen Rechte und Pflichten sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber. Und dazu gehört auch das Recht auf Krankenstand bei Krankheit. „Gehen Arbeitnehmer krank zur Arbeit schadet das allen: ihnen selbst und auch den Unternehmen“, informiert AK-Sozialrechtsexpertin Mag. Brigitte Ohr.

Krank zur Arbeit gehört auch während der Covid 19-Pandemie zum Alltag der Arbeitnehmer. Viel zu oft gehen kranke Arbeitnehmer aus Angst um ihren Job zur Arbeit. Der steigende Druck am Arbeitsmarkt führte daher zu einem starken Rückgang der Krankenstände. Dieser Effekt hat sich im Vorjahr im Zuge der Pandemie nochmals verschärft. 2020 gingen mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer krank zur Arbeit. 

In die sinkenden Krankenstandszahlen trotz Covid 19 spielt natürlich hinein, dass Menschen, die an Corona erkrankt waren rechtlich gesehen nicht im Krankenstand sind, sondern in Quarantäne. Sie dämpfen, genau wie Kurzarbeit, die Krankenstandstatistik. Hinzu kommt noch Homeoffice. Durch das Arbeiten von zuhause hat sich die Tendenz krank zu arbeiten noch verstärkt, wie eine Studie des IFES für die AK zeigt. „Viele Arbeitnehmer gehen ihrem Job im Homeoffice nach, obwohl sie krank sind. Da sie aber daheim arbeiten, erwähnen sie oftmals gegenüber dem Arbeitgeber gar nicht, dass es ihnen gesundheitlich nicht gut geht“, weiß AK-Sozialrechtsexpertin Mag. Brigitte Ohr. 

Permanentes Pflichtgefühl arbeiten zu müssen, obwohl man krank ist, die Angst um den Job, das Nichternstnehmen von Krankheitssymptomen und das Nichtkonsultieren eines Arztes kann aber zum gefährlichen Cocktail für die Gesundheit werden, wie Ohr anmerkt: „Gehen Arbeitnehmer krank zur Arbeit schadet das allen: Dem Arbeitnehmer selbst und auch den Unternehmen. Wichtig ist: Wer krank ist, sollte sich krankmelden. Der Arzt alleine entscheidet, ob Arbeitsunfähigkeit vorliegt, oder nicht.“

Doch dabei gilt es, auch gewisse Regeln einzuhalten. So fällt durch die telefonische Krankmeldung aufgrund der Coronapandemie – gilt noch bis 30. Juni 2021 – der Gang zum Arzt in vielen Fällen weg, aber trotzdem gilt es sofort den Arbeitgeber zu verständigen und die Krankenstandsbestätigung abzugeben. Neben diesen Pflichten haben erkrankte Arbeitnehmer, aber auch Rechte. Das gilt auch fürs Homeoffice. Ohr: „Im Homeoffice gelten die gleichen Rechte und Pflichten für die Arbeitnehmer sowie für den Arbeitgeber.“

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