Stromkabel mit 50-Euro-Schein © Oscar Espinosa , stock.adobe.com
Stromkabel ist um 50-Euro-Schein gebunden © Oscar Espinosa , stock.adobe.com

Ungewollt zum neuen Energieanbieter

Damit hätte die Nordburgenländerin nicht gerechnet: Ein Stromanbieter versuchte, ihr einen Vertrag unterzujubeln, den sie nicht wollte und der ihr letztendlich auch noch teuer zu stehen gekommen wäre. Die AK half ihr aus der Misere.

„In Absprache mit dem bisherigen Stromanbieter würde ihr Haushalt auf Bio-Energie umgestellt“, mit dieser Masche versuchte ein Anrufer eine Nordburgenländerin abzuzocken. Anfänglich schien er auch Erfolg zu haben. Er klang glaubwürdig. So wurden am Telefon Daten abgeglichen. Sogar bei der Kontonummer. 

Um 23 Euro pro Monat würde künftig der Bio-Strom bezogen werden. Die Konsumentin willigte ein, dass ihr der Energielieferant Informationsmaterial zukommen lassen könne. Umso größer war die Verwunderung, als sie wenige Tage später ein Willkommensschreiben eines deutschen Energieanbieters, der in Österreich unter dem Namen E1 Erste Energie auftritt, erhielt. Darin war von einem abgeschlossenen Vertrag die Rede. Doch eine solche Vereinbarung war am Telefon nie getroffen worden. Ein genauerer Blick in die Unterlagen zeigte außerdem, dass ein solcher Wechsel sogar eine empfindliche Verteuerung bedeuten würde. 

Die Nordburgenländerin wandte sich an die Konsumentenschutzexperten der Arbeiterkammer Burgenland. „Um einen Streit über den tatsächlichen Inhalt des Telefonats zu vermeiden, rieten wir der Konsumentin von ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch zu machen. Sie wird nun wieder durch ihren bisherigen Energieanbieter versorgt“, erklärt AK-Konsumentenschutzexperte Mag. Christian Koisser.

Dazu ging der AK-Experte der Frage nach, woher der Anrufer die Daten der Konsumentin hatte. Letztlich wurde auf eine Internet-Gewinnspielseite verwiesen, auf welcher angeblich die Daten mit Einwilligung zur Kontaktaufnahme eingegeben worden seien. Koisser: „Eine reine Datensammel-Seite, die allerdings der betroffenen Konsumentin völlig unbekannt war.“

„Diese Art des Vertragsschlusses ist für Konsumenten keinesfalls zu empfehlen“, rät Koisser und ergänzt: „Offensichtlich hofft der Anbieter, dass sich Konsumenten am Telefon alles einreden lassen und dann nicht mehr so genau auf die Unterlagen schauen. Bei der Auswahl des richtigen Energieanbieters sollten sich Konsumenten nicht auf die Versprechungen eines Anrufers verlassen. Für Wechselwillige bietet der Strom- und Gaspreisrechner der Regulierungsbehörde e-control eine gute Vergleichsmöglichkeit. Doch auch hier lohnt ein genauer Blick, denn manche Anbieter gehören vor allem wegen einmaliger Wechselrabatte zu den vermeintlich günstigsten Anbietern.“

Sollte es Unregelmäßigkeiten oder dergleichen sowie Fragen geben, dann können sich die Arbeitnehmer an die Arbeiterkammer Burgenland (02682/740) wenden.  

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Bianca Werfring
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