12.6.2018

Urlaubsgeld: Worauf Arbeitnehmer achten sollten

Sommer, Sonne, Sonnenschein – und „Urlaubsgeld“: Diese Gleichung gilt für viele, aber bei weitem nicht für alle. Denn nicht alle Arbeitnehmer haben einen Anspruch auf „Urlaubsgeld“.
Sowohl das Urlaubs- als auch das Weihnachtsgeld sind Sonderzahlungen, deren Ansprüche sich vom jeweils gültigen Kollektivvertrag ableiten. „Es gibt grundsätzlich keinen gesetzlichen Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld“, stellt der AK-Arbeitsrechtexperte Mag. Martin Sugetich klar. 
Das 13. und 14. Gehalt ist ein von den Gewerkschaften erkämpfter Anspruch, der in den Kollektivverträgen verankert wurde. Daher Vorsicht: „Es gibt Branchen, die keinem Kollektivvertrag unterliegen und daher keine Sonderzahlungen vorgesehen sind. In diesem Fall müssen Sonderzahlungen gesondert vereinbart werden“, erklärt Sugetich. 

Prinzipiell hängt die Höhe der Sonderzahlung ebenfalls vom Kollektivvertrag ab. Üblich ist ein Montagsgehalt oder ein Monatslohn. Doch auch hier gibt es Ausnahmen. Sugetich: „Taxilenker bekommen im ersten Jahr nur 75 Prozent. Arbeitnehmer im Güterbeförderungsgewerbe erhalten beispielsweise 20 Prozent mehr.“
Es gilt: Anspruch auf die volle Höhe gibt es grundsätzlich nur für ein volles Jahr. Tritt man während des Jahres ein oder scheidet aus, erhält man normalerweise einen aliquoten Anteil. Vorsicht ist bei der Beendigung des Dienstverhältnisses geboten. Abhängig von der Art der Beendigung kann es zu einem gänzlichen Entfall oder einer Rückzahlungsverpflichtung kommen.

Neben Anspruch und Höhe ist auch der Zeitpunkt der Auszahlung abhängig vom Kollektivvertrag. „Hier gibt es unterschiedliche Bestimmungen. Entweder wird an einem Stichtag ausbezahlt oder das Geld ist an den Urlaubsantritt geknüpft“, informiert der AK-Jurist. In der Praxis ist das Urlaubsgeld häufig im Juni/Juli fällig, das Weihnachtsgeld zumeist im November oder Dezember. 

Nicht vergessen: auch für Sonderzahlungen gelten Verfalls- und Verjährungsfristen. 
Bei Fragen oder Ungereimtheiten beantworten die Experten der Arbeiterkammer (02682-740-0) oder der Fachgewerkschaften gerne Ihre Fragen!