AK Jurist © Roman Felder, AK Burgenland
Uwe Bauer © Roman Felder, AK Burgenland

Was gilt bei Dienstverhinderung wegen Eis und Schnee?

Nach den Schneemassen im Westen hält nun der Winter auch im Osten Einzug. Es wird winterlich. Und es kann jederzeit – vor allem in den Morgenstunden – massive witterungsbedingte Probleme auf den Straßen geben. „Arbeitnehmer müssen immer alles Zumutbare unternehmen, um pünktlich in die Arbeit zu kommen“, sagt AK-Arbeitsrechtsexpertin Mag. Uwe Bauer. „Wichtig ist auch, sich umgehend beim Arbeitgeber zu melden, wenn es zu Verspätungen kommt.“ Klar ist: Verspätung oder Fernbleiben ist kein Entlassungsgrund. 

Wenn die Beschäftigten auf Grund von Schneeverwehungen bzw. Schneechaos nicht pünktlich oder gar nicht zur Arbeit kommen können, so liegt ein sogenannter Dienstverhinderungsgrund vor, der das zu spät Kommen bzw. Fernbleiben rechtfertigt. Jedoch nur dann, wenn der Arbeitnehmer alles ihm Zumutbare unternommen hat, um trotz Schneeverwehungen/Schneechaos pünktlich bzw. überhaupt zur Arbeit zu kommen. 

Zumutbare Vorkehrungen müssen getroffen werden! 

„Arbeitnehmer sind dazu verpflichtet, alle zumutbaren Vorkehrungen zu treffen z.B. früher aufbrechen oder den eigenen PKW statt öffentlichen Verkehrsmitteln zu benutzen, um trotz der ungünstigen Schneeverhältnisse zur Arbeit zu erscheinen“, erklärt der AK-Jurist. 

Ob eine Maßnahme zumutbar ist, wird im Einzelfall geprüft.  

WICHTIG: Arbeitnehmer sind verpflichtet, dem Arbeitgeber umgehend zu melden (z.B. telefonisch), dass Sie nicht rechtzeitig zur Arbeit erscheinen können! 

Bauer: „Wenn Arbeitnehmer wegen der Schneeverhältnisse nicht in die Arbeit kommen können, müssen sie keinen Urlaubstag nehmen, da es sich um ein berechtigtes Fernbleiben vom Dienst handelt.“ 

Verspätung oder Fernbleiben ist kein Entlassungsgrund  

Sollte ein Arbeitgeber eine Verspätung oder das Fernbleiben zum Anlass für eine Entlassung nehmen, ist das unberechtigt. Jedoch nur, wenn der Arbeitnehmer alles Zumutbare unternommen hat, um zeitgerecht an den Arbeitsplatz zu kommen. 

Anspruch auf Entgelt  

Der Entgeltanspruch wird seit Juli 2018 für Arbeiter und Angestellte gleich gehandhabt: Konkret bedeutet das: Alle Arbeitnehmer haben grundsätzlich Anspruch auf Fortzahlung des Entgelts, wenn sie aufgrund von Wetterlage, unverschiebbaren Terminen und dergleichen nicht oder zu spät zur Arbeit kommen.  

Entschuldigt ist man auch, wenn man wegen Kinderbetreuung zu Hause bleiben muss. „Wenn aufgrund des Wetters die Schule geschlossen hat und meine Kinder zuhause betreut werden müssen, ist das ein Dienstverhinderungsgrund“, informiert Bauer.

Kontakt

Bianca Werfring
Kommunikation & Marketing
T: 02682 740 3141