16.4.2018

Wie tickt die Generation Y?

Was erwartet die Generation Y von Beruf und Arbeitswelt? Wie wichtig sind Arbeitsklima, Kollegialität, Fairness, Wertschätzung und Freude an der Arbeit? 

Die Arbeiterkammer Burgenland hat nachgefragt – im Zuge einer Studie mit der „Generation Y“. Die Ergebnisse fasst die Broschüre „Arbeit & Generation Y“ zusammen. 

66 Schülerinnen und Schüler von unterschiedlichen Schultypen aus dem gesamten Burgenland haben dabei klar ihre Vorstellungen formuliert. Entscheidende Rollen spielen dabei das Arbeitsklima, die Entlohnung, Arbeitszeiten und eine klare Grenze zwischen Beruf und Private. „Der wichtigste Punkt war das Arbeitsklima. Hier hatten die Schüler konkrete Erwartungshaltungen. Dazu zählen gute Beziehungen zu KollegInnen und Führungskräften, sowie Menschlichkeit, Wertschätzung und Respekt untereinander. Aber auch die Arbeitszeiten und das Einkommen sind den jungen Menschen nicht egal. 12 Stunden Tage sind auf keinen Fall gewünscht und die Bezahlung sollte fair und ausbildungsgerecht erfolgen. Ein klares ‚Nein‘ gab es auch für Anrufe und E-Mails nach der Dienstzeit“, erklärt AK-Expertin und Studienautorin Stefanie Kern, MSc (WU), BSc (WU). 

Neue Generationen verlangen eine andere Ansprache. Das galt so schon immer, doch der Strukturwandel der Arbeitswelt beschleunigt sich weltweit und läutet eine Ära neuer Arbeitsorganisation ein. Die Welt steht an der Schwelle zu großen Veränderungen. Stichwort Globalisierung und Digitalisierung. "Jetzt ist es wichtiger denn je, dass auch junge Menschen in diesen gesamten Veränderungsprozess miteinbezogen werden", so die Landesrätin Astrid Eisenkopf. Die Studie bringt viele Aufschlüsse. So möchte die "Generation Y" gerne den Arbeitsplatz im Burgenland haben, so nahe wie möglich am Wohnort. Sie glauben jedoch nicht, dass dies zutreffen wird, da nicht genügend qualifizierte Arbeitsplätze im Burgenland zu finden sind. "Es ist daher die Politik angehalten vor allem im Bereich der Forschung und Technik gute Infrastruktur für Unternehmen zu schaffen, um sich im kleinsten Bundesland Österreichs anzusiedeln und qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen", resümiert die Jugendlandesrätin. 

„Wir sehen die Generation Y hat genaue Vorstellungen. Sie verlangt Respekt, Mitbestimmung und Work-Life-Balance. Wir werden sie bei der Umsetzung unterstützen. Gerade die Anliegen an die Arbeitswelt sollen für uns auch Auftrag für die Zukunft sein“, versichert AK-Präsident Gerhard Michalitsch und führt weiter aus: „Die Generation Y ist hervorragend ausgebildet, leistet gute Arbeit und will angemessen bezahlt werden – gewünscht werden Einstiegsgehälter in Höhe von 1.300 bis 1.500 Euro netto. Das entspricht derzeit etwa 1.700 Euro bis 2.050 Euro brutto – also deutlich mehr als der Mindestlohn.“ 

Mitbestimmen heißt für die Generation Y auch die Wahl der Betriebsräte und Jugendvertrauensräte sowie die Stärkung der Interessensvertreter.  

Großen Wert legt die Jugend auch auf ein gutes Verhältnis von Arbeit und Freizeit. Überstunden werden von der Generation Y geduldet, aber nur bis zu einem gewissen Grad und dann muss die Bezahlung passen – mit dem Überstunden-Zuschlag, der ihnen zusteht! Der 12-Stunden-Arbeitstag kommt für die Generation Y also mehrheitlich nicht in Frage! Dafür entpuppen sie sich als klare Befürworter der 6. Urlaubswoche für alle nach 25 Arbeitsjahren.  

„Wir haben es mit selbstbewussten jungen Menschen zu tun und wir werden sie dabei unterstützen. Der erste Schritt dazu ist das Einbringen der Ergebnisse bei der AK-Vollversammlung am 30. Mai und der Erarbeitung von Leitlinien“, kündigt Michalitsch an.  

Alle Ergebnisse hat Studienautorin Stefanie Kern im Detail in der Broschüre „Arbeit & Generation Y. Die Generation Y des ländlichen Raums und ihre Vorstellungen vom Arbeitsleben und ihrer Interessensvertretung am Beispiel Burgenland“ zusammengefasst.