Rechtsschutzbilanz © AK Burgenland, AK Burgenland
Rechtsschutzbilanz © AK Burgenland, AK Burgenland

14 Millionen Euro für AK-Mitglieder herausgeholt

Probleme beim Krankenstand, nicht bezahlte Überstunden, unterkollektivvertragliche Entlohnung, Durchsetzung von Invaliditäts- oder Schwerarbeitspension sowie Pflegegeld oder Unterstützung im Insolvenzverfahren:  Die Experten der AK Burgenland kämpfen jeden Tag für die Rechte ihrer Mitglieder. 2019 hatten sie damit alle Hände voll zu tun: Sie führten 40.577 Beratungen und 2.183 Vertretungen durch. Dabei wurden 14 Millionen Euro für AK-Mitglieder erreicht. „Die Experten im AK-Rechtsschutz sind die Retter in der Not, wenn Arbeitnehmer betrogen werden, einen Schicksalsschlag erlitten haben oder deren Arbeitgeber insolvent sind. Die Arbeiterkammer sorgt mit dieser Arbeit für mehr Gerechtigkeit“, betont AK-Präsident Gerhard Michalitsch.

Fast die Hälfte der burgenländischen AK-Mitglieder haben 2019 in arbeitsrechtlichen und sozial- oder insolvenzrechtlichen Angelegenheiten bei der Arbeiterkammer Burgenland Rat und Hilfe gesucht. Sei es telefonisch, per E-Mail oder persönlich. Insgesamt zählten die AK-Juristen dabei 40.577 Beratungen im Arbeits- und Sozialrecht, der Insolvenzvertretung sowie im Lehrlings-und Jugendschutz. „Der Großteil davon - knapp 70 Prozent - der Beratungen entfielen auf das Arbeitsrecht. Rund 25 Prozent der Anfragen betrafen Fragen zur Pension, Pflegegeld oder Leistungen der Gesundheitskasse - für diese Fragen stehen unsere Sozialrechts-Experten mit Rat und Tat zur Seite. Unsere Insolvenzrechtsexperten unterstützen bei Insolvenz des Arbeitgebers“, präzisiert Mag. Doris Graser-Kern, Leiterin AK-Rechtsabteilung.

In vielen Fällen ist es mit der Beratung aber nicht abgetan. Da bedarf es Interventionen beim Arbeitgeber oder auch den Weg vor den Richter. 2019 wurden 2.183 Vertretungen durchgeführt – durch 740 Interventionen im Arbeitsrecht, 756 Klagen beim Arbeits- und Sozialgericht sowie 687 Insolvenzvertretungen.

14 Millionen Euro holten die AK-Juristen im Vorjahr für die Mitglieder heraus. „Mit 7,4 Millionen entfiel der größte Anteil auf das Sozialrecht. In Insolvenzverfahren wurden 4,3 Millionen Euro hereingebracht und im Arbeitsrecht 2,3 Millionen Euro an vorenthaltenen Löhnen und Gehältern erstritten“, rechnet Graser-Kern vor.

So konnten die AK-Juristen einer Küchenhilfe zu 3.900 Euro brutto verhelfen. Die Arbeitnehmerin war knapp vier Monate in einem burgenländischen Gastgewerbebetrieb beschäftigt. Nicht nur dass die Anmeldung um mehr als einen Monat verspätet erfolgte, wurde sie statt mit 40 Stunden Wochenarbeitszeit - wie mit dem Arbeitgeber vereinbart - nur mit einem Lohn angemeldet, der einer Arbeitszeit von 20 Stunden pro Woche entsprach. Bezahlt bekam sie einen Nettolohn, der unter dem Kollektivvertrag lag. Durch eine Krankheit wurde die Dienstnehmerin für mehrere Wochen arbeitsunfähig. In dieser Zeit erhielt sie überhaupt kein Entgelt vom Arbeitgeber. Letztlich wurde das Arbeitsverhältnis ohne Kündigungsfrist vom Arbeitgeber beendet. Die AK intervenierte beim Arbeitgeber. Aufgrund dessen erhielt sie 3.900 brutto nachbezahlt.

Eine weitere Nachzahlung über 1.300 Euro brutto erreichte die AK für eine Saisonbeschäftigte. Im Sommer erkrankte sie und musste in Krankenstand gehen. Was tat der Arbeitgeber? Er meldete sie während des Krankenstandes, ohne sie zu informieren, ab und blieb ihr auch das Krankenentgelt schuldig. Nach dem Krankenstand hat sie der Arbeitgeber wieder angemeldet. Zuletzt wurde das Arbeitsverhältnis vom Arbeitgeber fristwidrig beendet. Mit Hilfe der AK Juristen wurden über 1.300 Euro brutto vom Arbeitgeber erstritten. 

Gerade das Hotel- und Gastgewerbe zählt neben Handel, Metallbereich, Bau/Holz und Güterbeförderung zu den Top-Problembranchen. Besonders viele arbeitsrechtliche Probleme treten auch in Zusammenhang mit Krankenständen auf. 

Entsprechend auch der Appell von AK-Präsident Gerhard Michalitsch an die Arbeitgeber: „Mitarbeiter sollten fair und gerecht behandelt werden, insbesondere dann, wenn sie krank werden oder sind. Dazu sollten Arbeitgeber Arbeitnehmer im Krankheitsfall nicht um ihre Rechte und Ansprüche bringen.“

Zeitgleich fordert der AK-Präsident, dass die Sozialversicherungen automatisch ihre Versicherten über An- und Abmeldungen informieren und damit ein Sicherheitsnetz geschaffen wird. Michalitsch: „Arbeitnehmer sollen immer wissen, wann sie durch das Sicherheitsnetz der Sozialversicherungen geschützt sind und wann nicht!“ 
Sollte es doch zu Problemen, offenen Fragen oder Ansprüchen kommen, gilt die AK als erste Anlaufstelle. „Unsere Bilanz beweist: Wir helfen schnell und erfolgreich! Die Experten im AK-Rechtsschutz sind die Retter in der Not, wenn Arbeitnehmer betrogen werden, einen Schicksalsschlag erlitten haben oder deren Arbeitgeber insolvent sind. Wir sorgen für mehr Gerechtigkeit. Seit 100 Jahren. Und wir werden auch in Zukunft für alle AK-Mitglieder da sein. Schon immer, für immer“, versichert der AK-Präsident.

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Bianca Werfring
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