Altenpflegerin unterhält sich mit älterem Paar © Rido, stock.adobe.com
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AK-Präsident fordert faire Gehälter für SystemerhalterInnen

Sie arbeiten im Supermarkt, sie pflegen unsere Kranken, sie bringen uns die Post oder betreuen unsere Kinder: die „Helden der Krise“. Manche Berufsgruppen sind durch die Coronakrise ins Rampenlicht gerückt. Doch das zeigt die Krise auch: Die Beschäftigten in systemrelevanten Branchen sind überwiegend weiblich und ihre Entlohnung entspricht nur selten ihrer gesellschaftlichen Relevanz. „Wer wertvolle Arbeit leistet, sollte vom Einkommen gut leben können“, fordert AK-Präsident Gerhard Michalitsch.

„Die Erfahrung der letzten Wochen zeigt uns, dass wir in Krisenzeiten Menschen brauchen, die das System am Laufen halten. Die auch dann arbeiten, wenn es für andere nicht mehr zumutbar ist - trotz aller damit verbundenen Ängste. Und dafür möchte ich aufrichtig Danke sagen. Die Beschäftigten in der Pflege und im Handel sind für das System einfach unglaublich wichtig. Dabei fällt auf: Gerade in diesen Branchen sind es überwiegend Frauen, die dort ihren Dienst versehen - und das Lohnniveau in diesen Jobs ist niedrig“, stellt AK-Präsident Gerhard Michalitsch fest. 
78,3 Prozent der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen (Pflege, Betreuung, Sozialversicherung) sind Frauen, im Einzelhandel sind es 76,4 Prozent: Der Frauenanteil überwiegt in denjenigen Berufsgruppen deutlich, die existenzielle Lebensbereiche umfassen. Damit sind es vor allem die Frauen, die die Gesellschaft und die wichtigen Systeme zusammenhalten.

In diesem Sinne fordert die AK Burgenland eine Neubewertung von systemrelevanten Berufen und eine massive Aufwertung – auch in Form von höherer Entlohnung. Michalitsch: „Wer wertvolle Arbeit leistet, sollte zumindest von seinem Einkommen gut leben können. Und vor allem wer jetzt in der Corona-Krise die Stellung hält, hat eine Belohnung mehr als verdient. Natürlich begrüßen wir Boni, die jetzt auch steuerfrei gestellt worden sind, aber es braucht auch langfristig mehr Gerechtigkeit. Und das kann nur über eine ordentliche Gehaltserhöhung im Kollektivvertrag und höhere Mindestlöhne erfolgen. Im Herbst gehen die Kollektivvertragsverhandlungen wieder los und da gilt es die Leistungen, die in der Krise erbracht wurden, bei der künftigen Gestaltung der Lohnsysteme mitzuberücksichtigen.“

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