Jemand drückt auf die Storno-Taste auf Computer-Tastatur © momius , stock.adobe.com
Storno-Taste auf Computer-Tastatur © momius , stock.adobe.com

Coronavirus: Reise ohne Kosten stornieren?

Die allgemeine Reisewarnung ist die höchste Eskalationsstufe. Normalerweise wird sie nur für Kriegsgebiete und besonders gefährliche Regionen ausgesprochen – jetzt gilt sie weltweit. Entsprechend verunsichert sind die Burgenländer in Sachen Urlaubspläne. Ostern steht vor der Tür und die Reise ist längst gebucht. Grundsätzlich wäre eine Reisewarnung ein Argument für einen kostenlosen Widerruf. Doch dabei spielt auch der Abreisezeitpunkt eine Rolle. „Ein kostenloses Storno ist nur dann möglich, wenn der Urlaubsantritt und die Gefahrensituation zeitlich eng beieinanderliegen. In vielen Fällen heißt es daher abwarten“, informiert AK-Konsumentenschützer Mag. Christian Koisser. 

„Bei uns laufen die Telefone heiß. Tagtäglich erhalten wir zahlreiche Anfragen von Konsumenten, die bezüglich ihres Urlaubs verunsichert sind. Viele wollen wissen, ob sie ihre Reise ohne Storno-Kosten stornieren können“, berichtet AK-Konsumentenschützer Mag. Christian Koisser.

Bei Pauschalreisen sind Einschränkungen, wie sie derzeit bestehen, klar geregelt: Wenn durch außergewöhnliche Umstände die Durchführung der Reise erheblich beeinträchtigt wäre, ist ein kostenfreier Rücktritt möglich. Eine Reisewarnung des Ministeriums erleichtert den Nachweis solcher Umstände. Entscheidend ist dabei aber auch der Zeitpunkt des Reiseantritts. Koisser: „Der Reiseantritt muss zeitnah stattfinden. Wer eine Reise z. B. erst für August gebucht hat, wird einen kostenlosen Rücktritt jetzt nicht durchsetzen können. Vorerst können viele Konsumenten nur zuwarten und die weitere Entwicklung beobachten.“ 

Wer nicht zuwarten will, kann jederzeit auf eigene Kosten stornieren. Grundsätzlich gilt: Je früher eine Reise storniert wird, desto günstiger sind die Stornokosten. „Jeder Reisende muss letztlich selbst entscheiden, ob er schon zu einem frühen Zeitpunkt die Reise kostengünstig storniert oder noch zuwartet, wie sich die Lage entwickelt. Dazu könnte man aufgrund der späteren Entwicklungen die Möglichkeit bekommen, kostenlos zu stornieren. Es ist aber nicht auszuschließen, dass aufgrund einer Entspannung der Lage zu einem späteren Zeitpunkt keine kostenlose Stornierung mehr möglich sein wird“, rät der Konsumentenschützer. 

Schwieriger wird es bei Individualreisen. Hier besteht nur unter eingeschränkten Voraussetzungen das Recht auf kostenfreie Stornierung, z. B. wenn das Hotel im Sperrgebiet liegt und daher nicht erreichbar ist. „Die Stornomöglichkeit ist immer im Einzelfall zu prüfen.“, so Koisser. Flüge, die auf Grund der Coronavirus-Problematik abgesagt werden, sind natürlich nicht zu bezahlen. Hier kann sich aber vor allem mit ausländischen Vertragspartnern ein Problem bei der Rechtsdurchsetzung ergeben.

Kontakt

Kontakt

Bianca Werfring
Kommunikation & Marketing

T: 0664/823 9449
E: bianca.werfring@akbgld.at