Arbeitsrechtsexperte © AK Burgenland, AK Burgenland
Mag. Helmut Steiger © AK Burgenland, AK Burgenland

Covid 19: Rechte und Pflichten bei Quarantäne und Krankheit

Die Covid 19-Pandemie sowie die Grippe- und Verkühlungssaison werfen gerade bei Arbeitnehmern viele Fragen auf. Muss man in Quarantäne arbeiten, darf ich aus Angst vor Corona zuhause bleiben und was wenn ich einer Risikogruppe angehöre. Die Verunsicherung und die Angst steigen. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen besteht eine immer höher werdende Wahrscheinlichkeit, Kontakt mit einer infizierten Person zu haben und/oder sich selbst mit dem Coronavirus zu infizieren. Etwas Licht in das Dunkel versucht AK-Arbeitsrechtsexperte Mag. Helmut Steiger zu bringen und fasst die wichtigsten Regeln zusammen.

Die Nase läuft, der Hals kratzt, der Kopf pocht - Erkältungen sind zwar lästig, aber meist harmlos. Doch reicht in Zeiten von Corona ein Schnupfen oder Husten schon aus um zuhause zu bleiben? Viele Arbeitnehmer sind verunsichert und wissen nicht wie sie sich richtig verhalten sollen. Denn schon lange vor Covid 19 trieb ein übertriebenes Verantwortungsgefühl oder prekäre Beschäftigungsverhältnisse viele trotz Krankheit an den Arbeitsplatz. „Wer krank ist, muss auch zuhause bleiben“, appelliert AK-Präsident Gerhard Michalitsch seit Jahren und fügt an: „Letztlich entscheidet der Arzt mit einer Krankschreibung.“ 
Doch eigenmächtig aus Angst vor Corona zuhause bleiben geht aus arbeitsrechtlicher Sicht nicht. „Nur die Angst allein reicht nicht aus, um der Arbeit fern zu bleiben. Der Dienstgeber ist aber verpflichtet, das Arbeitsumfeld so zu gestalten, damit eine Infektion bestmöglich ausgeschlossen werden kann“, informiert AK-Arbeitsrechtsexperte Mag. Helmut Steiger. 

Anders, wenn die Behörde Quarantäne anordnet. Einerseits gilt es hier zu unterscheiden, ob der Arbeitnehmer krank danieder liegt oder symptomfrei ist. „Treten Krankheitssymptome auf, ist der Kontakt mit dem Hausarzt unerlässlich. Hier handelt es sich dann nicht um einen klassischen Krankenstand, sondern um eine Dienstfreistellung laut Epidemiegesetz“, erklärt Steiger. 

Ohne Symptome muss man sich arbeitsbereit halten. „In diesem Fall kann der Arbeitgeber im Falle einer vorhandenen vertraglichen Vereinbarung Homeoffice anordnen. Sollte Homeoffice nicht möglich sein, ist der Arbeitnehmer vom Dienst freizustellen. Zu Einbußen beim Einkommen kann und darf es dabei nicht kommen“, führt der AK-Arbeitsrechtsexperte aus.


Anders als sonst muss bei einer Ansteckung mit Covid 19 der Dienstgeber informiert werden. „Hier geht es vor allem um die Sicherheit im Betrieb. Es kann sonst zu gefährlichen Situationen kommen“, gibt Steiger zu bedenken.
Gefährlich kann es auch für die sogenannten Risikogruppen werden. Mit einem entsprechenden Attest ist der Dienstgeber verpflichtet entweder ein „sicheres“ Arbeitsumfeld zu schaffen oder die Möglichkeit im Homeoffice seiner Arbeit nachzugehen. Steiger: „Ist beides nicht möglich ist der Arbeitnehmer vom Dienst freizustellen und hat Anspruch auf das volle Entgelt.“

Bei Problemen und Fragen: Die Experten der AK Burgenland stehen mit Rat und Tat zur Seite (02682/740). Auch auf der Homepage jobundcorona.at gibt es umfangreiche Informationen.

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