Lehrling mit Tablet © auremar, stock.adobe.com
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Girls Day: Über Umweg zum Traumberuf

Der 23. April ist Girls Day – heuer erstmals digital. An diesem Tag können Mädchen handwerkliche, technische und naturwissenschaftliche Ausbildungen, Studiengänge und Berufe kennenlernen. Mit einer Studie im Rahmen der Digitalisierungsoffensive leistet auch die AK Burgenland einen Beitrag und widmet sich der Frage, was im Bereich der Berufsorientierung verbessert werden kann, um jungen Frauen digitalisierte Technikberufe näher zu bringen. „Überholte Berufsrollenbilder bringen viele Mädchen dazu sich für klassische Berufe zu entscheiden. Dem wollen wir entgegentreten, damit junge Menschen gute Entscheidungen für ihre Ausbildung und Berufsweg treffen können“, betonen Landesrätin Astrid Eisenkopf und AK-Präsident Gerhard Michalitsch. 

Die Rollen der Frauen in der Arbeitswelt rücken unter anderem das Projekt „Digitalistas“ der AK Burgenland in den Fokus. Im Mittelpunkt stand die Frage, was im Bereich der Berufsorientierung verbessert werden kann um junge Frauen digitalisierte Technikberufe näher zu bringen. Aus diesem Grund beauftragte die AK Burgenland das Institut für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung an der Universität Linz (IBE) mit der Durchführung einer Studie, deren Ergebnisse zum Girls Day im Rahmen einer Onlinepräsentation vorgestellt werden.  

„Im Zuge der Digitalisierung sind verschiedene Berufe einem starken Wandel unterzogen. Insbesondere merken wir das auch im technisch-handwerklichen Bereich“, merkt AK-Präsident Gerhard Michalitsch an und ergänzt: „Dennoch sind in vielen Fällen überholte Berufsrollenbilder in den Köpfen junger Menschen und ihrer Eltern vorhanden. Dem wollen wir als AK entgegentreten und mit Vorurteilen aufräumen. Damit junge Menschen gute Entscheidungen für ihre Ausbildung und Berufsweg treffen können.“ 

„Das Ziel der Studie war es, Berufswahlprozesse, Berufserfahrungen und Perspektiven junger Frauen in Technikberufen zu beleuchten, um Ansatzpunkte für die Förderung des Frauenanteils in der Technik zu erlangen. Zu diesem Zweck wurden im Herbst 2019 durch das IBE zwei Fokusgruppen in Oberwart und Eisenstadt abgehalten“, erklärt AK-Expertin Mag. Gabi Tremmel-Yakali die vorliegende Studie.  

Zweiter Bildungsweg führt in Technikberuf

Zu den zentralen Erkenntnissen zählt, dass der Umweg der reguläre Weg in den Beruf ist. Alle Teilnehmerinnen der Fokusgruppen haben sich nach Abschluss der Pflichtschule zuerst für eine nicht-technische Ausbildung entschieden. Um sich dann doch noch einem Technikberuf zuzuwenden, dazu gibt es verschiedene Wegweiser. Zu diesen Wegweisern in die Technikberufe gehören neben der intrinsischen Motivation vor allem äußere Anstöße. Das sind in erster Linie Programme, die gezielt Frauen für Technikberufe ansprechen und Umschulungen ermöglichen. Bestätigt wurde durch die Studie der extrem hohe Stellenwert, den Eltern im Berufsorientierungsprozess haben. In Hinblick auf das Berufsleben wurden die aussichtsreichen Perspektiven für Frauen in Technikberufen deutlich. Dem gegenüber steht aber nach wie vor der Kampf gegen Vorurteile als Frau in einem „Männerberuf“ sowie die erschwerten Bedingungen in den Fragen der Vereinbarkeit. 

„Die zentralen Erkenntnisse der Studie bestätigen uns in unserer Arbeit, zeigen aber auch neue Wege auf, die wir in Zukunft gehen wollen. So haben wir heuer im Jänner erstmals einen sogenannten Elternabend in der AK abgehalten, um dem hohen Stellenwert von Eltern im Berufsorientierungsprozess Rechnung zu tragen. Wir wollen uns im nächsten Jahr aber auch verstärkt rund um den Girls Day engagieren um Mädchen die Möglichkeit zum Austausch mit erfahrenen Technikerinnen zu bieten“, versichert der AK-Präsident. 

Für Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf ist es wichtig, dass Frauen bei der Berufswahl alle Möglichkeiten offenstehen und sie einen Beruf nach ihren Interessen und Begabungen wählen können. „Dafür braucht es aber die notwendigen Rahmenbedingungen. Der Ausbau der Kinderbetreuung für mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sowie das Angebot von Schnuppermöglichkeiten in technische Berufe, wie der Girls-Day sind wichtige Initiativen, die Frauen mehr Chancen im Berufsleben ermöglichen.“

Der Girls Day findet heuer erstmal digital statt. Viele interessante burgenländische Unternehmen werden digital präsentiert und geben Einblick in Produktionsprozesse und Berufsbilder. Für Eisenkopf ist es erfreulich, dass Jahr für Jahr mehr Unternehmen bei der Initiative Girls Day mitmachen, nicht zuletzt, weil sie dadurch auch künftige Mitarbeiterinnen und Fachkräfte gewinnen können. „Ich bedanke mich bei allen, die den „Girls Day DIGI“ mitgestalten und freue mich, dass wir den Mädchen trotz aller Umstände digital die Gelegenheit bieten können, in neue zukunftsorientierte Berufsbilder, abseits von typischen Rollenklischees zu schnuppern“, so Astrid Eisenkopf.  

Die Studie

Die Fokusgruppen fanden am 6. November 2019 in Oberwart und am 7. November 2019 in Eisenstadt statt und dauerten rund 2,5 Stunden. Insgesamt nahmen 12 Frauen teil. Moderiert wurden die Fokusgruppen von zwei wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen des IBE. Die Befragten waren im Alter zwischen 19 und 42 Jahren und arbeiteten in den Bereichen Metall (7), Mechatronik (3), Tischlerei (1) und IT (1). Während acht Frauen sich noch in einer technischen Ausbildung befanden, hatten drei eine Lehre und eine Person bereits ein Studium im technischen Bereich absolviert. Berufserfahrung in der Technik brachten etwa die Hälfte der Frauen mit. 

Das Video zeigt in wenigen Minuten zentrale Ergebnisse aus den Fokusgruppen und visualisiert Ebenen der Handlungsansätze.

Der gesamte Bericht zur Studie als Download


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