PK Lohnsteuer © AK Burgenland, AK Burgenland
Lohnsteuerberatung © AK Burgenland, AK Burgenland

Holen Sie sich Ihr Geld zurück

Mehrere hundert Millionen Euro schenken die Arbeitnehmer jedes Jahr dem Finanzamt, weil sie die Arbeitnehmerveranlagung nicht machen. Für den Einzelnen geht es dabei um viel Geld: Im Durchschnitt gibt´s für jeden, der die Arbeitnehmerveranlagung macht, 350 Euro zurück. In vielen Fällen, das zeigt die AK/ÖGB-Lohnsteuerberatung, ist aber auch weit mehr drinnen. Um den Arbeitnehmern ihr „Geld-zurück-vom-Finanzamt“ zu erleichtern, haben die Arbeiterkammer Burgenland und der ÖGB ein umfangreiches Servicepaket geschnürt, mit Broschüren, Internet-Tipps und Beratungstagen in allen AK-Bezirksstellen und in den Betrieben. „Arbeitnehmer sollten keinen Cent verschenken“, betont AK-Präsident Gerhard Michalitsch.  
„Wir wissen, dass jährlich um die 200 Millionen Euro am Finanzamt liegen bleiben. Deshalb steht unsere Lohnsteueraktion auch wieder unter dem Titel „Hol dir dein Geld zurück!“ – bei der wir Arbeitnehmer gezielt zur Durchführung der Arbeitnehmerveranlagung beraten. Und es zahlt sich aus!“, so AK-Präsident Gerhard Michalitsch. 

Im Schnitt erhalten burgenländische ArbeitnehmerInnen rund 350 Euro zurück. Mit Hilfe der Arbeiterkammer Burgenland konnten sich 2019 die burgenländischen Arbeitnehmer rund 250.000 Euro vom Finanzamt zurückholen. 

Während die Lohnsteueraktion schon Tradition hat, ist diesmal die Kooperation mit dem ÖGB neu. „Wir bündeln unsere Ressourcen um deutlich mehr Beratungen in noch höherer Qualität anbieten zu können“, so Michalitsch.

Im Zuge der AK/ÖGB-Lohnsteueraktion beraten Steuerexperten der AK und des ÖGB ihre Mitglieder, wie sie sich über die Arbeitnehmerveranlagung Geld vom Finanzamt zurückholen können. Die Aktion findet heuer zwischen 9. März bis 7. Mai 2020 statt. In diesem Zeitraum stehen fünf AK-Experten in allen AK-Bezirksstellen sowie in der AK-Zentrale für Beratung zur Arbeitnehmerveranlagung telefonisch, per E-Mail, aber auch persönlich zur Verfügung - eine Terminvereinbarung per Telefon oder Email ist notwendig.

Der ÖGB wiederum berät zusätzlich Gewerkschaftsmitglieder direkt im Betrieb und macht alle anderen Beschäftigten auf die Beratungstage in der AK aufmerksam. Die ÖGB-Teams können von Betriebsräten oder Unternehmen angefordert werden. Ein Team von zehn Personen von ÖGB und Fachgewerkschaften führt die Beratungen durch. „Bei unserem Besuch beraten wir einerseits die Kollegen, klären sie auf und sagen ihnen worauf sie achten müssen, wenn sie eine Arbeitnehmerveranlagung beim Finanzamt machen. Andererseits besteht aber auch die Möglichkeit, dass wir mit den Kollegen die Arbeitnehmerveranlagung gleich gemeinsam machen. Direkt in der Beratung“, erklärt Lohnsteuer-Berater und ÖGB-Regionalsekretär Oliver Krumpeck.

Erstmals wird heuer direkt bei der Beratung in der AK oder im Betrieb der Antrag gemeinsam mit den Mitgliedern gestellt - entweder auf Papier oder online! Voraussetzung dafür sind aber die Zugangsdaten zu Finanz-Online. Diese sind ebenso zum Termin mitzubringen, wie Belege für geltend zu machende Ausgaben wie z.B. Bestätigung bei Ausgaben für Versicherungen, Belege für Aus- und Weiterbildung, etc. 

Seit 2017 ist es einfacher, zu viel bezahlte Steuern vom Finanzamt zurückzubekommen. Denn für den so genannten Lohnsteuerausgleich ist in vielen Fällen kein Antrag mehr notwendig. Wer wenig verdient oder schon in Pension ist, spart sich so auch grundsätzlich den Antrag auf Auszahlung der Negativsteuer. Diese wird in der zweiten Jahreshälfte automatisch ausgezahlt. Wer jedoch Anspruch auf eine Pendlerpauschale hat, sollte auch weiterhin den Antrag stellen, weil die Pendlerpauschale eine Erhöhung der Negativsteuer bewirkt. Auch wenn Arbeitnehmer zusätzliche Ausgaben absetzen möchten, sollten sie weiterhin einen Antrag stellen. „Wer also bisher immer einen Antrag gestellt hat, wer Sonderausgaben hat oder wer nicht warten mag, der sollte auch heuer wieder gleich den Antrag stellen“, rät Michalitsch.

Herausforderung Familienbonus Plus
Gravierende Änderungen bringt der Familienbonus Plus mit sich. Er kann erstmals über die Steuererklärung beziehungsweise Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2019 bezogen werden und kann pro Kind bis zu 1.500 Euro bzw. für volljährige Kinder bis zu 500 Euro im Kalenderjahr betragen.  

Hier ist aber Vorsicht geboten, denn der Familienbonus erweist sich laut Steuerberater als besonders kompliziert, vor allem dann, wenn es im Jahr 2019 zu Änderungen im familiären oder beruflichen Umfeld gekommen ist. „Haben sich Eltern etwa während des Jahres getrennt oder gehen eine neue Partnerschaft ein, liegt ein sogenannter „Besonderer Fall“ vor. Das in einem solchen Fall auszufüllende Formular ist für Laien alles andere als leicht durchschaubar. Schon ein kleiner Fehler genügt, und man verliert einen Teil oder sogar den ganzen Anspruch auf den Familienbonus“, erläutert AK-Steuerberater Oliver Krumpeck. 

Doch auch wer den Familienbonus bereits im vergangenen Jahr über die Gehaltsabrechnung vom Dienstgeber ausbezahlt bekam, muss den Familienbonus trotzdem zwingend im Rahmen des „Steuerausgleichs“ nochmals beantragen, ansonsten droht eine Rückzahlung an das Finanzamt! 

Forderungen
Arbeit ist in Österreich extrem hoch mit Steuern belastet. Das Steuersystem ist ein unfaires. Und das wird sich nicht so schnell ändern. Noch bis 2022 gilt es auf eine Steuerreform zu warten. „Wir brauchen sofort eine Steuerreform mit der Abgeltung der kalten Progression, damit die Menschen entlastet werden“, fordert ÖGB-Landesvorsitzender Erich Mauersics. Als „rasche Soforthilfe“ für Arbeitnehmer bezeichnet Mauersics die Lohnsteuerberatung, die der ÖGB und die Gewerkschaften heuer erstmals für Mitglieder in Betrieben durchführen. Mauersics: „Nachdem die Entlastung der Regierung in weiter Ferne scheint, wollen wir den Menschen sofort helfen, indem wir sie zur Arbeitnehmerveranlagung beraten. Denn das ist derzeit die einzige Möglichkeit, sich Geld zurückzuholen!“ 

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