AK-Jugendreferentin © Felder, AK Burgenland
Nina Wimmer © Felder, AK Burgenland

Praktikanten haben Rechte und Pflichten

Corona-bedingt gestaltet sich das Suchen eines Praktikums-Platzes dieses Jahr schwierig bis aussichtslos. Doch manche hatten Glück und ergatterten einen Platz. Dabei gilt es vieles zu beachten, denn der erste Kontakt mit der Arbeitswelt birgt so manche Tücken. „Die Unsicherheit ist groß. Da gibt es viele Fragen“, weiß AK-Jugendreferentin Nina Wimmer. Prinzipiell ist ein Praktikum ein Arbeitsverhältnis mit allen arbeitsrechtlichen Vorschriften. 

Fast die Hälfte der burgenländischen Schüler oder Studenten arbeitet in einem gewöhnlichen Jahr in den Ferien - hauptsächlich in der Gastronomie, im Büro oder Verkauf. Heuer werden es aufgrund der Covid-19-Pandemie weit weniger sein. Trotzdem ergeben sich für die Praktikanten viele Fragen. „Für viele Jugendliche ist der Ferialjob oder das Praktikum der erste Kontakt mit der Arbeitswelt“, sagt AK-Jugendreferentin Nina Wimmer. 

Ein Pflichtpraktikum im Rahmen einer Schulausbildung oder eines Studiums stellt ein Arbeitsverhältnis dar. „In der Regel ist dieses Praktikum ein ganz normales Arbeitsverhältnis, d.h. es gelten alle arbeitsrechtlichen Vorschriften wie Kollektivvertrag, Betriebsvereinbarung, Arbeitszeitgesetz sowie für Jugendliche unter 18 Jahren das Kinder-  und Jugendlichenbeschäftigungsgesetz. Damit gehen auch das Recht auf Urlaub oder auch auf Entgeltfortzahlung bei Krankenstand einher“, informiert AK-Jugendreferentin Nina Wimmer. 

Die Entlohnung ist ebenfalls im Kollektivvertrag festgelegt. Findet kein Kollektivvertrag Anwendung, so ist nach dem Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch ein angemessenes Entgelt zu bezahlen. Wimmer: „Im Gastgewerbe erhält der Praktikant das Lehrlingseinkommen jenes Lehrjahres, das der zuletzt besuchten Schulklasse entspricht. Zum regulären Lohn kommen zumeist noch anteilig Weihnachtsgeld und Urlaubszuschuss – im Gastgewerbe nur bei mindestens zweimonatiger Tätigkeit – dazu.“ 

Ebenso wichtig ist vorab das Festlegen der Arbeitszeit. Gesetzlich vorgesehen sind 8 Stunden am Tag und 40 Stunden in der Woche. „Jugendliche unter 18 Jahren dürfen keine Überstunden absolvieren. Trotzdem geleistete Überstunden müssen mit 50 Prozent Zuschlag bezahlt werden“, erklärt Wimmer.

Bei Praktika im Ausland gelten die arbeits- und sozialrechtlichen Bestimmungen des jeweiligen Staates. „In diesem Fall ist es notwendig sich vorher in der Schule zu erkundigen, ob das Pflichtpraktikum anerkannt wird“, rät Wimmer.

AK-Tipps:

  • Arbeitszeiten mitschreiben!
  • Wird der zustehende aliquote Urlaub nicht verbraucht, muss er ausbezahlt werden!
  • Offene Ansprüche müssen sofort eingefordert werden, da in vielen Fällen kurze Verfallsfristen gelten!
  • Keine Verzichtserklärungen unterschreiben!

Bei Problemen und Fragen: Die Experten der AK Burgenland stehen mit Rat und Tat zur Verfügung (02682/740).     

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