Geld © c, Fotolia.com
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Schlechter Deal: Frühstarterbonus statt abschlagsfreie Pension

Frühstarterbonus statt abschlagsfreier Hacklerregelung: Mit 2022 ist die abschlagsfreie Pension Geschichte. Sie wird vom Frühstarterbonus abgelöst und bringt gravierende finanzielle Einbußen für betroffene Arbeitnehmer mit sich. Denn unterm Strich bedeutet das gerade für Leistungsträger um durchschnittlich 360 Euro weniger – und zwar pro Monat, ein Leben lang! Dieser Verlust soll durch maximal 60 Euro Frühstarterbonus „ersetzt“ werden. „Das ist ein schlechter Deal für jene, die ein Leben lang fleißig gearbeitet haben. Mit dem Aus der abschlagsfreien Pension drohen fleißigen Arbeitnehmern Abschläge und massive finanzielle Einbußen“, ärgert sich AK-Präsident Gerhard Michalitsch über die Politik der Bundesregierung.

Die Hacklerregelung ermöglicht als Langzeitversicherter, ab 62 Lebensjahren mit 45 Arbeitsjahren, ohne Abschläge in Pension zu gehen. Damit ist mit 2022 Schluss. Betroffen sind aber nicht nur „Hackler“, sondern auch Schwerarbeiter und jene, die zu krank zum Weiterarbeiten sind. Sie verlieren durchschnittlich rund 360 Euro brutto im Monat – ein Leben lang. Als Ersatz kommt der Frühstarterbonus ins Spiel. 
„Der Frühstarterbonus sieht für die Monatspension 1 Euro pro Beitragsmonat aufgrund Erwerbstätigkeit bis zum Abschluss des 20. Lebensjahres vor, bis maximal 60 Euro. Voraussetzung dafür sind aber 12 Beitragsmonate vor dem 20. Lebensjahr. Das Problem: Kaum jemand wird auf den Maximalbetrag von 60 Euro zusätzlich kommen, denn Zeiten beim Bundesheer oder Zivildienst bzw. Kinderbetreuungszeiten werden nicht berücksichtigt“, erklärt AK-Sozialrechtsexpertin Mag. Brigitte Ohr. 

„Der Frühstarterbonus ist ein teures Gießkannenprinzip, das alle belohne, egal, wie viel sie gearbeitet haben. Man braucht lediglich 25 Versicherungsjahre und schon fließen die Euros. Es fehlt komplett an sozialer Treffsicherheit. Denn diese Peanuts bekommt der Millionär genauso wie der echte Hackler. Das ist nicht sozial gerecht!“, kritisiert AK-Präsident Gerhard Michalitsch. 

Auch Frauen sind von der Abschaffung betroffen. Zwar ist es jetzt so, dass Frauen im Rahmen einer Alterspension mit 60 Lebensjahren noch abschlagsfrei in Pension gehen können. Doch ab 2024 wird das Frauenpensionsantrittsalter an jenes der Männer angeglichen, also schrittweise auf 65 Jahre angehoben. „Damit hätten auch Frauen von der abschlagsfreien Hacklerpension profitiert. Der Nachteil beim Frühstarterbonus: Kinderbetreuungszeiten werden nicht berücksichtigt, was jene Frauen benachteiligt, die jung Mutter geworden sind“, zeigt Ohr auf. 

Der AK-Präsident sieht in der neuen Regelung die fehlende Wertschätzung der Regierung für tatsächlich geleistete Arbeit. „Das Aus der abschlagsfreien Pension ist ein Schlag ins Gesicht der wirklichen Hackler.“

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