Kinderbetreuung schafft Arbeit © AK Österreich, News on Video
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Schulschließungen: Bekommen Eltern auch frei? Was tun mit der Kinderbetreuung?

Events über 100 Personen indoor und 500 Personen outdoor sind bis Ende März gecancelt, Fachhochschulen und Universitäten schließen: Die Bundesregierung hat ein Maßnahmenpaket geschnürt. Und auch Schulen und Kindergärten bleiben zu - ab kommenden Montag für Schüler ab der 9. Schulstufe, ab Mittwoch auch für alle anderen, wobei für diese eine Betreuungsmöglichkeiten eingerichtet werden.

„Arbeitsrechtlich nicht einfach und im Einzelfall zu beurteilen“, erklärt AK-Arbeitsrechtsexperte Mag. Martin Sugetich und ergänzt: „Grundsätzlich muss ich alles Zumutbare unternehmen, damit die Kinderbetreuung durch andere geeignete Personen oder Einrichtungen erfolgt. Ist dies nicht möglich und eine Betreuung durch die Arbeitnehmer selbst notwendig, liegt ein wichtiger Dienstverhinderungsgrund mit Anspruch auf Entgeltfortzahlung vor. Ist die Betreuung gewährleistet, schaut die Sache anders aus - dann liegt keine Dienstverhinderung vor. Abhängig von Betreuungsangebot und -möglichkeit, kann es sein, dass teilweise gearbeitet werden und der Dienstgeber für die restliche, für die Kinderbetreuung notwendige Zeit bezahlt frei geben muss.    

Letztlich muss man sich jeden Fall individuell anschauen. „Denn ob tatsächlich ein Dienstverhinderungsgrund vorliegt, wird auch immer von der familiären Situation abhängen. Zwar sollen die Großeltern, um diese vom Coronavirus stärker gefährdete Altersgruppe zu schützen, grundsätzlich für die Betreuung nicht herangezogen werden, aber eventuell andere Verwandte oder Bezugspersonen. „Bei individuellen Fragen ist es am besten sich beraten zu lassen“, rät Sugetich

Ein Entlassungsgrund wird das Nachkommen der Fürsorgepflicht auf keinen Fall sein. Sugetich: „Wenn ich zu Hause bleibe, um mein Kind zu betreuen, setze ich damit keinen Entlassungsgrund.“

Zeitgleich haben die Arbeitnehmer aber auch eine Treuepflicht gegenüber dem Arbeitgeber und sollten diese Arbeitsverhinderung so kurz wie möglich halten.  

Mit zur Arbeit darf man die Kinder grundsätzlich nicht bringen. „In den meisten Branchen wird es schwierig, die Kinder mitzunehmen - im Büro könnte es funktionieren, aber nur in Absprache mit dem Arbeitgeber. Also vorher immer abklären“, rät der AK-Jurist. 

Home Office möglich

Zur Eindämmung rät die Bundesregierung, in allen möglichen Fällen auf Telearbeit bzw. Home Office zurückzugreifen. Home Office oder Telearbeit können allerdings nicht einfach einseitig angeordnet werden. „Eine Verpflichtung zur Telearbeit besteht nur dann, wenn eine diesbezügliche Vereinbarung oder eine Versetzungsklausel im Arbeitsvertrag enthalten sind. Gab es bisher keine Home-Office-Vereinbarung zwischen Unternehmen und Mitarbeitern, kann Home Office nur im Einvernehmen - also mit Zustimmung des Mitarbeiters – erfolgen“, erläutert Sugetich.

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