Sozialgerechter Netzausbau – Was braucht es jetzt dafür?
2026 ist das Jahr der steigenden Stromnetzkosten. Die Hauptursache sind notwendige Investitionen in den Netzausbau für die Energiewende. Die AK Burgenland brachte zentrale Akteur:innen der Energiewende bei einer Fachveranstaltung zusammen, um aktuelle Herausforderungen, notwendige politische Rahmenbedingungen sowie Lösungsansätze für leistbare und faire Netze zu diskutieren. „Wir sehen uns hier als Plattform, wo unterschiedliche Perspektiven auf den Tisch gelegt werden. Im Mittelpunkt steht für uns aber immer die Frage, wie die Kosten fair verteilt und soziale Härten vermieden werden können“, erklärt AK-Präsident Gerhard Michalitsch.Unterschiedliche Perspektiven wurden in der Fachveranstaltung sichtbar gemacht. Sandra Matzinger und Joel Tölgyes von der Bundesarbeitskammer stellten die Auswirkungen steigender Netzkosten auf Konsument:innen und Haushalte in den Fokus, vor allem dem besonderen Schutz bei einkommensarmen Haushalten. Sonst wird auch „Energiearmut“ zu einem immer größeren Problem werden, denn im Burgenland sind rund 30.000 Personen armutsgefährdet, das ist jede 10. Person (derzeit sind rund 12% der Österreicher:innen davon betroffen).
Florian Pilz und Andreas Giefing von der Netz Burgenland beleuchteten die praktischen Anforderungen und Investitionsbedarfe aus Sicht der Netzbetreiber. Ergänzt wurden diese Perspektiven durch die Beiträge der Regulierungsbehörde E-Control, vertreten durch Karin Emberger sowie von Markus Puchegger von der Forschung Burgenland.
Bei der Podiumsdiskussion wurde auf der Fachebene weiterdiskutiert. Die Fachveranstaltung machte deutlich: Der sozial gerechte Netzausbau und die leistbare und nachhaltige Energiewende werden nur dann gelingen, wenn technische, wirtschaftliche und soziale Fragen gemeinsam gedacht werden.