Die Schicksale hinter den Zahlen
20.986.420 Euro wurden Dank der AK für Burgenlands Arbeitnehmer:innen im Vorjahr erkämpft. 58.280 Beratungen wurden in den Bereichen Arbeitsrecht, Sozialrecht, Insolvenzrecht, Konsumentenschutz, Lohnsteuerberatung sowie in den Bereichen Bildung, Jugend und Interessenspolitik durchgeführt. „Hinter jeder dieser Zahlen steht ein persönliches Schicksal. Menschen, die aufgrund einer Insolvenz ihren Job verlieren, denen zu wenig Lohn oder Gehalt bezahlt wird oder deren Überstunden falsch oder gar nicht berechnet werden. Konsument:innen, die zu Schaden kommen, Mitglieder, die ohne die Hilfe der AK-Expert:innen ihren Steuerausgleich nicht machen können. Unsere AK-Expert:innen hatten 2025 alle Hände voll zu tun“, erklärt AK-Präsident Gerhard Michalitsch.So vielfältig gestaltet sich die Rechtsberatung der AK Burgenland 2025. Insgesamt wurden fast 21 Mio. Euro vor Gericht oder außergerichtlich durch Interventionen durchgesetzt. „Unsere Mitglieder brauchen uns. Mehr denn je, jeden Tag. Für unsere Expert:innen ist jeder Fall gleich wichtig, denn es geht um Gerechtigkeit für jedes einzelne Mitglied“, betont AK-Direktor Mag. Thomas Lehner.
Der Löwenanteil mit 47.700 Beratungen entfiel 2025 auf die Bereiche Arbeits- und Sozialrecht sowie Insolvenzrecht sowie auf die Beratung junger Arbeitnehmer:innen. Hier wurden 19,3 Mio. Euro für die Mitglieder hereingebracht. Lohn- und Sozialdumping stand dabei auf der Tagesordnung. Dieses Vergehen ist in der Arbeitswelt allgegenwärtig und hat viele Gesichter. Es reicht von kollektivvertraglicher Unterentlohnung über nicht ausbezahlte Sonderzahlungen, Urlaubsersatzleistungen und Zulagen bis hin zur Nichtabgeltung von Überstunden in Zeit und Geld.
- Jahrelange Unterentlohnung
Frau D. erkundigte sich bei der Arbeiterkammer Burgenland wegen eines Betriebsüberganges. Dabei wurde eine jahrelange unterkollektivvertragliche Entlohnung aufgedeckt. Vordienstzeiten, die laut Kollektivvertrag für die Einstufung anzurechnen gewesen wären, waren vom Arbeitgeber nicht berücksichtigt worden.
Aufgrund des Einschreitens der AK erhielt die Dienstnehmerin eine Nachzahlung von rund 14.340 Euro.
- Kontrolle der Lohnabrechnung zahlt sich aus!
Herr G. war als Baggerfahrer über 3 Jahre beschäftigt. Nach Ende seines Arbeitsverhältnisses ließ er sich seine Endabrechnung bei der AK überprüfen. Dabei wurde festgestellt, dass seine Überstunden falsch und zu wenig Taggeld abgerechnet wurden. Nach Intervention der AK erhielt Herr G. noch 1.823 Euro nachbezahlt.
- Zu wenig Lohn und dann noch eine „Fristlose“
Eine Nageldesignerin wurde in ihrem neuen Job zu spät gemeldet, erhielt dann auch noch laufend zu wenig Lohn und wurde letztlich vom Arbeitgeber gekündigt – ohne Kündigungsfrist. Als Frau N. den Arbeitgeber aufklärte, dass dieser eine Kündigungsfrist einzuhalten hätte, sprach er grundlos die fristlose Entlassung aus. Mit Hilfe der AK klagte die Arbeitnehmerin ihre Ansprüche ein und erhielt eine Nachzahlung von 3.600 Euro.
„Wir sprechen hier ganz klar von Lohndiebstahl und Sozialbetrug. Es entsteht Schaden für die betroffenen Arbeitnehmer:innen durch vorenthaltenes Einkommen und fehlende Sozialversicherungsbeiträge. Dies wiederum führt zu einem Betrug an den Sozialversicherungen und Steuertöpfen. Und der unlautere Wettbewerb schadet den ehrlichen Unternehmen und der Wirtschaft. Daher dürfen wir als AK nicht aufhören, dagegen zu kämpfen“, kritisiert AK-Präsident Michalitsch.
Rund 40 Expert:innen der AK Burgenland haben im Vorjahr 233 Beratungen pro Tag in der AK-Zentrale in Eisenstadt und in den AK-Bezirksstellen persönlich, schriftlich und telefonisch durchgeführt. Im Bereich Konsumentenschutz wurden 2025 rund 5.700 Beratungen, mehr als 400 Interventionen durchgeführt und 122.000 Euro erstritten. Im Bereich Lohnsteuerberatung berieten die Expert:innen mehr als 3.700 Mal und konnten fast 1,5 Mio. Euro für die Mitglieder vom Finanzamt zurückholen.