Person tippt in Taschenrechner ein
Person tippt in Taschenrechner ein © Applezoomzoom, stock.adobe.com

Lohngerechtigkeit und Entlastung

Zur 5. Vollversammlung der AK Burgenland werden insgesamt 27 Anträge und 3 Resolutionen Anträge von den Fraktionen eingebracht und diskutiert. Im Vordergrund steht die Debatte rund um geeignete Strategien zur Bekämpfung von Lohn- und Sozialdumping, das besonders im Burgenland den Arbeitsmarkt nach wie vor belastet. 
Einen weiteren zentralen Punkt bilden die Lebensbedingungen von Einpersonenhaushalten, die im politischen Diskurs noch immer zu wenig Beachtung findet. Dabei sind Einpersonenhaushalte die am stärksten wachsende Haushaltsform im Burgenland. Alleinlebende Menschen tragen alle Fixkosten selbst, haben pro Kopf höhere Wohn- und Energiekosten und können finanzielle Engpässe nicht innerhalb des Haushalts abfedern. Gerade Preissteigerungen im Energiebereich treffen diese Gruppe besonders hart, denn Heizung, Strom und Warmwasser fallen für eine Person kaum günstiger aus als für zwei. Dass es sich dabei nicht um abstrakte Statistiken handelt, macht eine Betroffene deutlich, die seit Jahren alleine im Burgenland lebt: „Die Wohnung mit den Betriebskosten und das Auto sind meine größten Herausforderungen. Single-Haushalte müssen gesehen werden. Ich habe oft das Gefühl, dass an uns nicht gedacht wird.“ Erschwerend kommt hinzu, dass alleine lebenden Menschen meist Zeit und Ressourcen fehlen, um sich umfassend über Förderungen zu informieren und Anträge zu stellen.

„Wer alleine lebt, hat keine zweite Person, die mithilft, die Miete zu stemmen oder die Heizkosten zu teilen. Das ist eine Lebensrealität, die Politik und Fördersystem ernst nehmen müssen. Daher fordern wir klares Handeln: Förderungen und vor allem die Antragsstellung muss so gestaltet sein, dass sie ohne Vorkenntnisse und ohne viel Aufwand leicht erlangt werden können. Dafür braucht es mehr Anlaufstellen und Plattformen zur Vernetzung, sowie mehr bereitgestellte Informationen“, fordert AK-Präsident Gerhard Michalitsch.

Die Forderungen der Vollversammlung gehen aber noch weiter: „Die Sparmaßnahmen sind spürbar, aber sie treffen nicht alle gleich. Vor allem einkommensschwache Haushalte zahlen überproportional drauf. Das ist keine Konsolidierung, das ist eine Umverteilung von unten nach oben. Es braucht strukturelle Maßnahmen, die auch eine breitere Bevölkerungsgruppe gezielt entlasten“, betont Michalitsch. Dazu zählen zum einen eine starke, befristete Verbilligung des öffentlichen Verkehrs nach dem Vorbild anderer EU-Länder sowie eine Wiedereinführung von Erbschafts-, Schenkungs- und Millionärssteuern, um der massiven Vermögenskonzentration entgegenzuwirken.

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