1. Mai
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Tag der Arbeit: AK fordert Bekenntnis zum Standort Burgenland

Unsichere Zeiten trüben die Stimmung bei Burgenlands Arbeitnehmer:innen. Das zeigt der Arbeitsklimaindex 2025 schwarz auf weiß. Das Arbeitsklima im Burgenland hat einen historischen Tiefstwert erreicht. Gründe gibt es laut AK Burgenland einige: Abwanderung aus Gewinnmaximierung, Personalabbau, Schlechtreden der Wirtschaft vor jeder KV-Runde, hohe Energiepreise. „Was wir jetzt brauchen, ist ein starkes Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Burgenland und seinen Beschäftigten. Denn hier gibt es die besten Fachkräfte, die bereit sind, sich weiterzubilden und zu qualifizieren und die flexibel genug sind, um mit ihren Betrieben auch durch schwere Zeiten zu gehen. Sie verdienen Respekt und Anerkennung, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten“, fordert AK-Präsident Gerhard Michalitsch anlässlich des 1. Mai. 
Das Ergebnis des Arbeitsklimaindex 2025 zeigt einen massiven Rückgang der Zufriedenheit unter burgenländischen Arbeitnehmer:innen. Seit Beginn der Studie im Jahr 2009 wurden noch nie so niedrige Werte erhoben. Der Gesamtindex liegt bei 95 Punkten. Das sind fünf Punkte schlechter als im Jahr 2024 und ganze 8 Punkte niedriger als im Rest von Österreich. Vor allem bei Arbeitnehmer:innen in der Industrie ist die Verunsicherung besonders groß. 

Anlässlich des Tages der Arbeit übt die AK Burgenland massive Kritik: „Wenn Unternehmen, wie etwa Hella in Großpetersdorf, Personalabbau und Abwanderung – angeordnet von Konzernzentralen zur Gewinnmaximierung – ankündigen, dann verunsichert das die Menschen. Nicht nur jene in den betroffenen Betrieben, sondern auch jene in Betrieben in der Region.  Schlechte Stimmung unter der Belegschaft bedeutet immer auch fatale Folgen für den Erfolg eines Betriebes!“

Aufgrund der Krise sparen Unternehmen auch bei Sozialleistungen und Weiterbildungsprogrammen. Auch diese beiden Faktoren würden zu Pessimismus und schlechter Stimmung führen.
All diese Aspekte seien eine Respektlosigkeit gegenüber den Arbeitnehmer:innen in den Unternehmen im Burgenland, die tagtäglich mit viel Know How die Betriebe am Laufen halten. Michalitsch kritisiert: „Das Beispiel Hella zeigt auch sehr gut, was man für Gewinnmaximierung bereit ist, in Kauf zu nehmen. Denn wie man sieht, muss man in Etappen absiedeln, weil es gar nicht so einfach ist, vergleichbar qualifizierte Fachkräfte in Billiglohnländern zu finden!“

Nun braucht es Taten statt Verunsicherung. Die AK Burgenland fordert daher:

  • Rasche Umsetzung der österreichischen Industriestrategie.
  • Investitionen in den Standort und in die Beschäftigten. 
  • Günstige Energie durch die Abschaffung des Merit-Order-Prinzips ermöglichen.
  • Personalentwicklung vorantreiben, Karrieren ermöglichen. 
  • Wieder auf betriebliche Weiterbildung und Lehrausbildung setzen. 
  • Goodies und Sozialleistungen beibehalten und ausbauen oder wieder einführen. 
  • Mehr Mitbestimmung der Arbeitnehmer:innen im Betrieb ermöglichen. Denn sowohl die Beschäftigten als auch der Betrieb profitieren von Betriebsratskörperschaften.
„Angesichts des historischen Tiefstands im Arbeitsklima braucht es dringend konkrete Maßnahmen und ein klares Bekenntnis zum Standort Burgenland. Nur so kann das Vertrauen und die Motivation der Beschäftigten zurückzugewonnen werden um die wirtschaftliche Zukunft nachhaltig abzusichern“, so Michalitsch abschließend.

Anlässlich des 1. Mai lädt die AK Burgenland traditionell zum Maibaumaufstellen am Parkplatz beim BFI in Großpetersdorf ein. Bei Speis und Trank wird mit den Beschäftigten der umliegenden Firmen in der Pause, nach Dienstschluss oder beim Schichtwechsel geplaudert, diskutiert und der Tag der Arbeit begangen. 

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