Tag der Pflege
Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege am 12. Mai nimmt die AK Burgenland den Status quo in der Pflege unter die Lupe. Fazit: Die Situation für Beschäftigte, insbesondere im Langzeitpflegebereich, ist krankmachender und für Patient:innen gesundheitsgefährdender denn je. „Wir brauchen eine echte Pflegereform mit besserem Personalschlüssel im Akutbereich für ganz Österreich und speziell im Burgenland im Langzeitpflegebereich. Nur wenn die Kolleg:innen in der Pflege durch genügend Fachkräfte entlastet werden, kann auch die Gesundheitsversorgung für Patient:innen nachhaltig gesichert werden!“ fordert AK-Vizepräsidentin und ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin Bianca Graf.Im stationären Langzeitpflegebereichsetting hinkt das Burgenland – wie der Rest Österreichs – jedoch hinter her. Noch immer ist an den Schrauben des Personalschlüssels als auch an den Arbeitsbedingungen zu wenig gedreht worden
„In der AK Burgenland gehen immer wieder Anrufe von Pflegeassistent:innen aus der Langzeitpflege ein, die sich nicht mehr alleine in den Nachtdienst wagen, weil sie z.B. alleine 28 Patient:innen versorgen müssen“, berichtet Mag.a Brigitte Ohr, Referentin für Gesundheitspolitik in der AK Burgenland. Der aktuelle AK-Arbeitsklimaindex bestätigt die immer höher werdende Belastung für die Beschäftigten in den Gesundheitsberufen. 61 Prozent der Beschäftigten in der Pflege (im Vergleich dazu 36 Prozent andere Berufe) können sich nicht vorstellen, bis zu ihrer Pension in diesem Beruf zu bleiben, weil er körperlich und psychisch so anspruchsvoll ist. Das Ergebnis: eine sehr hohe Drop-out-Quote im Pflegebereich. Betroffen sind vor allem Frauen, denn die Frauenquote liegt bei den Pflegeberufen im Burgenland bei 89 Prozent.
„Im stationären Langzeitpflegebereich werden zu wenige diplomierte Gesundheits,- und Krankenpfleger:innen eingesetzt. Der Großteil des Personals kommt aus dem pflegerischen Assistenzbereich als auch aus dem Betreuungsbereich. Im Bereich der Langzeitpflegebereich braucht es jedoch mehr qualifiziertes Gesundheits,- und Krankenpflegepersonal und einen wesentlich höheren Personalschlüssel“, warnt die AK-Vizepräsidentin.
Verschiedene Studien belegen, wie gefährlich es ist, wenn Bereiche personell unterbesetzt sind als auch zu wenig Qualifikation mitgebracht wird. „Eine europäische Studie aus neun Ländern zeigt einen Zusammenhang zwischen Bildungsqualifikation von Pflegepersonen und der Arbeitsbedingungen im Zusammenhang mit der Sterblichkeit oder an Wiederaufnahmen in Krankenhäusern. Hier wurde eine um 30 Prozent geringere Sterblichkeitsrate in Krankenhäusern beobachtet, in denen 60 Prozent der Pflegepersonen einen Bachelor-Abschluss (in Österreich auch Diplom) hatten“, ergänzt die AK-Juristin Ohr-Kapral.
Kritisiert wird auch das Fehlen einer Dienstplansicherheit. „Wir brauchen in ganz Österreich genügend Pflegekräfte um den immer höheren Herausforderungen gewachsen zu sein. Für das Burgenland wünsche ich mir endlich einen guten Personalschlüssel für den Langzeitpflegebereich, um die Kolleg:innen dort zu entlasten. Die Pflege der Zukunft liegt in der Hand der Politik, denn eine funktionierende Gesundheitsversorgung – abseits der Langzeitpflege – ist nur mit gut qualifizierten Pflegekräften in ganz Österreich möglich“, fordert AK-Vizepräsidentin Graf abschließend.