Konsumentenschutz
© Roman Felder, AK Burgenland

Von Abkassierer und Gebührenärger

Unseriöse Anbieter, die ihre Kund:innen schamlos abkassierten, nicht nachvollziehbare Gebühren von Konzernen und natürlich viele neue Gefahren im World Wide Web –so gestaltete sich aus der Sicht des Konsumentenschutzes das Jahr 2025. Durch 5.744 telefonische, persönliche und schriftliche Beratungen sowie 476 Interventionen konnten die AK-Konsumentenschutz-Expert:innen 122.624 Euro für die burgenländischen Konsument:innen erkämpfen.

Unseriöser Autoverleih
Mit seltsamen Geschäftspraktiken war das Unternehmen 1-2-3 Transporter, welches auf den Verleih von Transportfahrzeugen spezialisiert war, schon seit längerer Zeit aufgefallen. Der Preis für das Ausleihen eines Transporters erschien grundsätzlich günstig. Doch der „Strafenkatalog“für Kunden:innen in den Geschäftsbedingungen war mehr als auffällig. Teuer wurde etwa das Überschreiten der Grenze nach Ungarn. Eine geschmalzene Pönale war dafür zu zahlen, wenn das Überwachungsgerät anzeigte, dass die erlaubte Geschwindigkeit überschritten wurde - und das, obwohl gar keine behördliche Strafe verhängt worden war. Besonders schmerzhaft abkassiert wurde aber dadurch, dass die durch die Kund:innen bezahlte Kaution -  bis zu 1000 Euro –weit verspätet oder gar nicht rückerstattet wurde. Eine Zeit lang konnten die Expert:innen der AK Burgenland bei zahlreichen Beschwerden noch erfolgreich intervenieren. Doch irgendwann war Schluss. Es erfolgten keine Rückzahlungen mehr, das Unternehmen meldete Insolvenz an. Zurück blieben zahlreiche Geschädigte.

Gebühren, Energie, Gefahren im Internet
Einen Teilerfolg konnte der AK-Konsumentenschutz im Kampf gegen ungerechtfertigte Gebühren verbuchen. Mit einer Klage gegen Klauseln in Kreditverträgen wurde erwirkt, dass die betroffenen Banken (Bawag und Santander) die bei Vertragsschluss einkassierten Kreditbearbeitungsgebühren zurückzahlen mussten. Auch bezüglich der Abwicklung dieser Rückerstattungen konnte mit den Instituten eine Vereinbarung erzielt werden. Kreditnehmer:innen bei anderen Banken können sich noch nicht auf eine höchstgerichtliche Entscheidung berufen. Mehrere Verfahren laufen aber bereits. Damit scheint garantiert, dass dieses Thema die Konsumentenschützer:innen auch im Jahr 2026 in einem hohen Ausmaßbegleiten wird.

Spannend bleibt es auch im Energiebereich. Nach den Preisschocks der vergangenen Jahre waren es nun die enorm steigenden Netzkosten, welche den Konsument:innen zu schaffen machten. Diese Tendenz bleibt wohl bestehen. Zeigen wird sich auch erst, welche Auswirkungen das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz hat.

Weit oben auf der Hitliste der Anfragen stand noch immer das ORF-Beitragsservice (OBS). Nach der Umstellung der Gebührenpflicht waren die ärgsten „Kinderkrankheiten“bei der Einhebung zwar abgemildert, dennoch gingen auch im Jahr 2025 zahlreiche Anfragen und Beschwerden wegen nicht zugeordneten Zahlungen, doppelten Zahlungen oder Diskrepanzen bei Befreiungen ein.

Besonders unerfreulich im Jahr 2025: Die Abzocke bei Parkplätzen unter dem Titel „Besitzstörung“. Auch in diesem Bereich sollte eine Gesetzesänderung Abhilfe schaffen.

Grundsätzlich zeigte sich bei den Verträgen eine weitere Verschiebung in Richtung Internet. Da dies für die Konsument:innen neben den Vorteilen auch Gefahren mit sich bringt, hat die Arbeiterkammer Burgenland auch im Jahr 2025 versucht, durch Information, Aufklärung und Schulung, die Burgenländer:innen „internetfit“zu machen. Koisser: „In Zusammenarbeit mit der Plattform Saferinternet wurden in 30 burgenländischen Schulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen Workshops abgehalten, mehr als 1.300 Personen kamen so in den Genuss einer Fortbildung zum Umgang mit digitalen Medien.“Zusätzlich wurde im Rahmen dieser Zusammenarbeit die Webinarreihe „So schützen Sie sich im Internet“umgesetzt. Dabei wurden mehr als 3.000 Interessierte erreicht.

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