Väterkarenz
Väterkarenz © AK Burgenland, AK Burgenland

Väter most wanted!

Pünktlich zum Vatertag zeigt das von L&R Sozialforschung erstellte AK-Wiedereinstiegsmonitoring 2025 ganz klar: Die Väterbeteiligung im Burgenland pendelt sich auf sehr niedrigem Niveau ein. Mit 10,9 Prozent ist der Anteil an Männern, die bei Geburten 2023 Kinderauszeit in Anspruch genommen haben, österreichweit am geringsten. Und dass, obwohl sie längerfristig keine einkommensbezogenen Verluste hinnehmen mussten. Positiv zeigt sich jedoch die Wiedereinstiegsquote bei den Müttern, die schon vor der Geburt überwiegend beschäftigt waren. „Diese liegt mit 71,8 Prozent über den Österreichschnitt. Im Bundesländervergleich liegt das Burgenland damit nur hinter Wien auf Platz 2. Dafür verantwortlich ist zu einem großen Teil das gut ausgebaute Kinderbetreuungsangebot im Burgenland, welches Frauen den Wiedereinstieg leichter ermöglicht“, erklärt AK-Expertin Mag.a Gabi Tremmel-Yakali zusammen. 
Obwohl Männer in Österreich seit fast 40 Jahren die Möglichkeit haben, in Karenz zu gehen, dümpelt ihr Anteil bei der Väterbeteiligung seit Jahren dahin. Das Bild im Burgenland zeigt sich ähnlich. Das Wiedereinstiegsmonitoring, dass Geburten seit 2006 erfasst, zeigte 2014 und 2018 mit 12,1 Prozent Väterbeteiligung die höchsten Werte. Nach einem Einbruch 2021 mit 8,8 Prozent, geht es nun wieder leicht bergauf. Die Anwesenheit der Väter bei den Kindern ist meist nur ein kurzes Gastspiel. Der Großteil (58 Prozent) von ihnen ist nicht länger als maximal drei Monate in Karenz. Im Mittelfeld liegen burgenländische Männer 2023 beim Familienzeitbonus, der von 14,6 Prozent in Anspruch genommen wurde. Leider beziehen aber nur 3,2 Prozent Väter, die Familienzeit in Anspruch genommen haben, in der Folge auch Kinderbetreuungsgeld. 

„Wenn wir wirklich eine gleichberechtigte Teilung der Sorgearbeit in den Familien erreichen und damit die Chance der Frauen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen wollen, müssen sich die Rahmenbedingungen wesentlich ändern. Unter anderem müssen auch die Unternehmen endlich umdenken und väter- und familienfreundlicher werden“, fordert AK-Vizepräsidentin Bianca Graf.

Die Zahlen zeigen, dass die partnerschaftliche Teilung der Karenz zwischen den Eltern noch tief in den Kinderschuhen steckt. Verbesserungen zeigen sich dort, wo eine Beteiligung der Männer mit finanziellen Anreizen einhergeht. „Internationale Vergleiche zeigen, dass sich die Väterbeteiligung erhöht, wenn es eine Verpflichtung bzw. einen Rechtsanspruch gibt, ein verpflichtender Zeitraum an der Elternkarenz für den Papa reserviert ist, der Einkommenssatz hoch ist und es zudem ausreichend leistbare Kinderbetreuung gibt“, fasst Tremmel-Yakali zusammen.

Die AK Burgenland fordert daher:

  • Einen Ausbau der Kinderbetreuung sowie einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag des Kindes
  • Einen höheren Mindestanteil des Kinderbetreuungsgeldes für Väter reservieren für mehr partnerschaftliche Teilung
  • Eine Imagekampagne zur Väterbeteiligung nach Vorbild der „Halbe-Halbe-Kampagne“ von 1996
  • Mehr betriebliche Maßnahmen. Es braucht familienfreundliche und planbare Arbeitszeiten. Männer müssen als Väter wahrgenommen und dementsprechend gefördert werden.

Gemeinsam mit den Gewerkschaftsfrauen und dem Land Burgenland hat die AK Burgenland rechtzeitig zum Vatertag eine Broschüre mit dem Titel „Einzigartig.Besonders.Väterkarenz“ herausgebracht. Darin wird über partnerschaftliche Teilung der Betreuungszeit, Papamonat, Väterkarenz und Elternteilzeit informiert. Sie soll auch dazu beitragen, die Väterbeteiligung im Burgenland zu stärken. 

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