Krank zur Arbeit?
Präsentismus beschreibt das Verhalten von Arbeitnehmer:innen, trotz Krankheit am Arbeitsplatz zu erscheinen oder im Homeoffice zu arbeiten, anstatt sich krankzumelden. Laut AK-Arbeitsklimaindex (AKI) gingen im Vorjahr 65 Prozent der burgenländischen Arbeitnehmer:innen krank zur Arbeit. „Dieses Verhalten ist weit verbreitet und führt oft zu längeren Krankheitsphasen, Burnout sowie erheblichen wirtschaftlichen Produktivitätsverlusten“, heißt es von der AK-Expertin Mag.a Brigitte Ohr-Kapral.„Krank arbeiten ist schlecht für die Gesundheit und es kann auch nicht im Sinn der Arbeitgeber:innen sein, dass sich die Beschäftigten nicht auskurieren können oder andere anstecken. Wird trotz Erkrankung gearbeitet, kann das den Gesundheitszustand nicht nur verschlechtern, sondern auch Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Das ist für jede:n nachteilig“, warnt AK-Expertin Ohr-Kapral.
Kranke Beschäftigte sind auch weniger leistungsfähig, zudem steigt die Fehleranfälligkeit was zusätzliche Ressourcen zur Fehlerkorrektur erforderlich macht. Auch Arbeits- und Wegunfälle können in dem Zusammenhang zum Thema im Betrieb werden. Die Ansteckung von Kolleg:innen kann zusätzliche Krankenstände nach sich ziehen.
Der AKI der AK Burgenland macht deutlich, dass mit der steigenden Verbreitung des Home-Office seit der Corona-Pandemie auch der Präsentismus steigt: