Hitzeschutz am Arbeitsplatz
Die steigenden Temperaturen erschweren die Arbeit – ob im Freien oder Drinnen. Gerade an heißen Sommertagen sollten Arbeitnehmer:innen daher die wichtigsten Tipps kennen, um den Arbeitsalltag zu erleichtern. AK-Arbeitnehmer:innenschützerin Tamara Leopold, MSc, nennt Maßnahmen zum Selbstschutz, betont aber auch, wie wichtig rasches Handeln in Ernstfällen ist: „Wer schnell Erste Hilfe leistet, kann Leben retten.“Vor allem Menschen die bei Hitze im Freien arbeiten, Ältere oder Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind besonders gefährdet – aber auch Beschäftigte mit Innen-Arbeitsplätzen kann es treffen. Für alle gilt jedenfalls die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, mahnt AK-Präsident Gerhard Michalitsch ein: „Nicht nur die heuer neue Hitzeschutzverordnung, sondern auch der gesunde Menschenverstand gebieten es, sich auf Hitzewellen am Arbeitsplatz vorzubereiten. Den Arbeitgebern kommt dabei eine gesetzliche Fürsorgepflicht zu: Sie müssen die Gesundheit ihrer Beschäftigten sicherstellen. Als AK drängen wir deshalb auch zwischen den Sommern auf entsprechende Maßnahmen. Wichtig ist aber, dass sich betroffene Arbeitnehmer:innen an ihren Arbeitgeber – oder wenn das nicht fruchtet, an die AK oder die Arbeitsinspektion wenden“, so Michalitsch.
Maßnahmen gegen Hitzebelastung
Manche Arbeitnehmer:innen betrifft sie mehr als andere, dennoch leiden viele unter den physischen und psychischen Auswirkungen bei Hitze am Arbeitsplatz. AK-Arbeitnehmer:innenschützerin Tamara Leopold, MSc, liefert hilfreiche Hitzetipps, um auch bei hohen Temperaturen einen kühlen Kopf bewahren zu können. „Ein simpler aber unglaublich wichtiger Tipp ist ausreichend Wasser zu trinken. Besonders bei körperlich anstrengender Arbeit ist das essentiell“, betont Leopold.
Was jede:r Arbeitnehmer:in außerdem tun kann, ist weitestgehend auf schwere Kost zu verzichten und stattdessen leichte Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Hier bieten sich zum Beispiel Salate oder frisches Obst an. Feuchte Tücher im Nacken oder Armen können eine Abkühlung für zwischendurch bieten. Wenn es die Arbeit ermöglicht, sind auch verlagerte Arbeitszeiten sinnvoll: In den frühen Morgenstunden sind die Temperaturen vor allem für körperlich anspruchsvolle Aufgaben weniger belastend für den Körper. „Für Tätigkeiten in Gebäuden sollten Ventilatoren, wenn vorhanden der Einsatz von Klimaanlagen oder Homeoffice- oder Desk-Sharing-Möglichkeiten genutzt werden. Das richtige Lüften von Räumen in der Früh hilft ebenfalls dabei, die Temperaturen im erträglichen Maße zu halten.“
Fallen die Tätigkeiten draußen an, müssen die Maßnahmen umfassender werden. „Eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz sowie eine UV-Schutzbrille gehören zur Grundausstattung bei Arbeiten im Freien. Auch die regelmäßige Anwendung von Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist das A und O. Luftige, atmungsaktive Kleidung mit einem UV-Schutz von mindestens UPF 50 schützt vor Überhitzung und Hautschäden“, erklärt die AK-Expertin.
„Die regelmäßige Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse kann sowohl im Arbeits- als auch im privaten Umfeld über Leben und Tod entscheiden. Daher ist es immer sinnvoll, erneut an einem Auffrischungskurs teilzunehmen“, so Leopold abschließend.