Vertrag
Vertrag © Sven Vietense, stock.adobe.com

Mehr Klarheit bei Preisen und Verträgen

13 Prozent der burgenländischen Haushalte heizen mit Fernwärme. Wie die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) jetzt kritisiert, haben Konsument:innen wenig Rechte, können Anbieter oft nicht wechseln oder stehen vor schwer verständlichen Rechnungen, die einen Preisvergleich zu anderen Heizarten erschweren. „Wir fordern daher mehr Klarheit für Konsument:innen, vergleichbare Preise, eine unabhängige Kontrolle des Marktes und ein Wärme- und Kältewirtschaftsgesetz“, erklärt AK-Präsident Gerhard Michalitsch.
Gerade rechtzeitig zur beginnenden Heizsaison hat die BWB eine Sektorenuntersuchung veröffentlicht, die ganz klar monopolartige Strukturen im Wärmemarkt aufzeigt. In der Regel erfolgt die Versorgung durch Fernwärme, die über Leitungen ins Gebäude kommt, oder auch durch Wärme­erzeugung direkt im oder nahe beim Haus. Im Burgenland sorgen mehr als 90 Biomasseheizwerke und einige Holzkraftwerke für die Erzeugung von Fernwärme, die zu 100 Prozent aus Biomasse stammt. Diese Fernwärme versorgt rund 15.000 private Haushalte sowie Dienstleistungsgebäude wie Hotels, Büros und Krankenhäuser. „Allen gemeinsam ist: die Wärme-Kund:innen haben kaum Rechte. Das zeigt vor allem der Vergleich zu den Stromkund:innen – sie sind geschützt durch ein Recht auf Ratenzahlung, bei Abschaltung und Lieferantenausfall, durch strenge Transparenzvorschriften bei der Abrechnung sowie durch einen Sozialtarif“, gibt AK-Expertin Mag.a Ines Lukiæ-Zjajo zu bedenken.

Konsument:innen brauchen mehr Klarheit bei Preisen und Verträgen sowie stärkere Rechte. Deshalb unterstützt die AK die Empfehlung der BWB nach einem einheitlichen Rechtsrahmen und einer Schlichtungsstelle mit hoheitlichen Befugnissen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Erzeugung über Energiedienstleister:innen und Abrechnungsunternehmen bis hin zu den Wärmekund:innen. 

Konkret fordert die AK: 

  • Preise müssen vergleichbar sein: Nötig sind standardisierte Tarife, eine bessere Preisvergleichsplattform und klare Informationen zu Heizkosten schon vor dem Miet- oder Kaufvertrag.
  • Keine Verpflichtung zum Anschluss an überteuerte Heizsysteme: Der Anschluss von Mieter:innen und Wohnungseigentümer:innen an erneuerbare Heizsysteme ist für das Erreichen der Klimaziele notwendig und sinnvoll. Einer verpflichtenden Heizungsumstellung muss aber eine Angemessenheitsprüfung der neuen Heizkosten vorausgehen.
  • Schluss mit unverständlichen Abrechnungen: Jede Wärme-Rechnung muss klar zeigen: Verbrauchspreis, Grundpreis, Messkosten, Anschlusskosten sowie Kosten für Erstinbetriebnahme, An- und Abschaltungen. Die Formate der Abrechnungen müssen vereinheitlicht werden.
  • Preisaufsicht ist nötig: Klare Regeln für die Preisbildung bei Fernwärme und Zentralheizungen sollen sicherstellen, dass Kosten fair und nachvollziehbar bei den Kund:innen ankommen.
  • Unabhängige Behörde für Wärme und Kühlung: Eine unabhängige Stelle soll Preise beobachten, Streitfälle schlichten und große Anbieter kontrollieren – und den Wärmemarkt fit für die Zukunft machen.
  • Weg mit dem Vorschriften-Dschungel: Alle wichtigen Wärme-Regeln sollen in einem einheitlichen Wärme- und Kältewirtschaftsgesetz gebündelt werden – statt zersplittert in unzähligen Vorschriften. 

Faire Regeln für Wärme und Kühlung

Für die Wärmewende sollen alle Haushalte Schritt für Schritt auf nachhaltige Heiz- und Kühlsysteme umsteigen.

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