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Eine schöne Bescherung: Postler am Limit

Psychisch und physisch am Limit: Alle Jahre wieder geht das Team Christkind zur Weihnachtszeit tagtäglich an seine Grenzen. Aber nicht nur da. Die steigende Flut an Paketen sorgt das ganze Jahr über für massiven Stress und Druck bei den Postlern.  

Vollgestopft bis obenhin. Im Wagen von Postler Markus (Name von der Redaktion geändert) türmen sich die Pakete. Doch nicht nur die - heute gilt es auch einen Baum auszuliefern. Weit mehr als 100 Pakete sind es an diesem Tag. Und weil die nicht alle in seinen Wagen passen, muss der 59-Jährige nach ein paar Stunden zurück in die Basis, um den Rest an den Mann und an die Frau zu bringen. Eine Pause ist da nicht drin. „Das geht sich nicht aus. Ich arbeite durch. Statt der acht Stunden am Tag sind es derzeit zehn oder elf – manche brauchen auch 12“, schildert der erfahrene Postler resigniert.

Am Limit

Doch nicht nur die Flut an Paketen macht den Zustellern zu schaffen. Auch die Größe und das Gewicht. Denn neben Möbeln wie Küchenzeilen werden auch Backöfen, Kühlschränke, Zement, Laminatböden, Infrarotpanelle, Räder oder auch Tierfutter geliefert. Schließlich dürfen Pakete bis zu 31,5 Kilogramm auf die Waage bringen. „Wenn es mehr ist, dann fehlt am Paket die Gewichtsangabe“, berichtet Sabine (Name von der Redaktion geändert). Sie ist seit 25 Jahren bei der Post und ächzt unter dem derzeitigen Druck und der enormen körperlichen Belastung. „Wir sind am absoluten Limit. Wir können nicht mehr. Weihnachten ist immer arg, aber seit den Lockdowns im Vorjahr ist es extrem.“

Die schweren Bedingungen fordern ihren Tribut. Immer mehr Beschäftigte werden krank und immer öfter verlassen Mitarbeiter:innen auch das Unternehmen. Neues Personal ist schwer zu finden. „Unsere Chefs hätten schon längst reagieren und gegensteuern müssen, aber nichts. Anstatt rechtzeitig Personal aufzustocken und damit auch zu gewährleisten, dass die Mengen vor Weihnachten bewältigt werden können, sorgen sie mit den wenigen neuen Mitarbeitern kurz vor Weihnachten für eine zusätzliche Belastung. Immerhin müssen diese ja auch entsprechend eingeschult werden“, kritisiert die Postlerin.

„Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Letztlich müssen aufgrund des kranken und fehlenden Personals die bestehenden Mitarbeiter:innen noch mehr leisten. An Lösungsansätzen fehlt es komplett. Kurzfristig eingestelltes und ungeschultes Personal allein kann das Problem nicht lösen“, bekrittelt Postler Markus und hat euch noch eine Anekdote über das Lösungsangebot der Chefs: „Da wir oft bis in die Dunkelheit austragen müssen, haben sie uns Stirnlampen angeboten. Sie würden uns welche kaufen. Vielleicht wäre es sinnvoller, sie benutzen diese. Vielleicht geht ihnen dann ein Licht auf?“, meint Markus schmunzelnd, verabschiedet sich und rast in seinem gelben Flitzer davon. Es wartet Arbeit.

 

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