Frau im Bus
Frau im Bus © JackF, stock.adobe.com

Pendler:innen im Burgenland

AK und ÖGB setzen sich gemeinsam dafür ein, dass Arbeitnehmer:innen im Burgenland gut, sicher und leistbar zur Arbeit kommen. Mobilität ist eine Voraussetzung dafür, dass Menschen ihren Arbeitsplatz erreichen können.

Pendeln darf keine Belastung sein

Wer im Burgenland wohnt, arbeitet häufig nicht in der eigenen Gemeinde. Viele fahren täglich in eine andere Region oder in andere Bundesländer. Die Wege sind oft lang. Im Burgenland liegt die durchschnittliche Pendeldistanz bei rund 45 Kilometern. Ein Arbeitsplatz ist nur dann wirklich erreichbar, wenn auch der Weg dorthin funktioniert.

Unser Service für Pendler:innen - Wir informieren und unterstützen bei:

  • Fahrplan- und Verkehrsänderungen
  • Baustellen und Schienenersatzverkehr
  • Rechte bei Verspätungen
  • Möglichkeiten, sich gegen Probleme im öffentlichen Verkehr zu wehren

Die Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte (apf) kann bei Problemen mit Bahn, Bus und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln unterstützen. Die apf ist die gesetzliche Schlichtungs- und Durchsetzungsstelle für die Rechte von Fahr- und Fluggästen.

VERSPÄTUNGSENTSCHÄDIGUNG

Hier finden Sie Informationen und praktische Unterlagen.

Das hat sich in den vergangenen Jahren verbessert

Im Burgenland hat sich im öffentlichen Verkehr in den vergangenen Jahren einiges getan. Einige konkrete Verbesserungen sind bereits sichtbar:

Mehr Möglichkeiten für den Umstieg auf die Bahn:
Park-&-Ride-Anlagen wurden ausgebaut und modernisiert. Der Bahnhof Wulkaprodersdorf ist ein aktuelles Beispiel: Seit Juni 2026 stehen dort rund 200 zusätzliche Park-&-Ride-Stellplätze zur Verfügung. Dazu kommen Fahrradabstellplätze, E-Ladestationen und ein barrierefreier Personentunnel zu den Bahnsteigen.

Mehr flexible Mobilität im ländlichen Raum:
Seit Dezember 2024 ist das burgenländische Anruf-Sammeltaxi BAST landesweit verfügbar. Es ergänzt Bus und Bahn dort, wo die nötige Auslastung für ein Liniennetz fehlt, und kann per Telefon oder App gebucht werden. Damit wird insbesondere die Verbindung zur nächsten Haltestelle oder zum regionalen Verkehrsknoten erleichtert.

Öffentlicher Verkehr wird elektrischer:
2026 sind bereits neun E-Busse im Einsatz. Zusätzlich wurden 20 neue Ladesäulen für Busse errichtet. Die Modernisierung der Mattersburger Bahn – nach jahrzehntelanger Forderung der AK – ebnet den Weg für eine klimafreundliche und leistungsfähige Mobilität von morgen. Bis 2027 entstehen moderne, barrierefreie Bahnhöfe und eine vollständig elektrifizierte Strecke.

Mehr Öffi-KM und mehr Buslinien im Burgenland

Bis 2022 wurden im Busbereich im Burgenland zehn Millionen Kilometer pro Jahr gefahren. Mit der großen Umstellung des Landes im September 2023 sind es um ein Drittel mehr Kilometer geworden, nämlich 15 Millionen Kilometer pro Jahr.

Mobilitätsgarantie

Mobilitätsgarantie bedeutet: Menschen sollen ihre Arbeitsplätze und wichtige Einrichtungen erreichen können, ohne zwingend auf ein eigenes Auto angewiesen zu sein.

Die Verbindung von Bahn, Bus, Rad, Fußverkehr, Park-&-Ride und Mikro-ÖV wird immer wichtiger. Die Herausforderung ist immer noch die erste und die letzte Meile. Für viele Pendler: innen beginnt das Problem nicht am (Bus-)Bahnhof, sondern davor. Der Weg zum Bahnhof bzw. vom Bahnhof zur Arbeitsstelle ist die Herausforderung.

Gerade im ländlichen Raum braucht es deshalb einen Mix aus Bahn, Bus, Mikro-ÖV, Fahrrad und sicheren Fußwegen.

Das BAST ist hier ein wichtiger Schritt. Das Angebot muss jedoch weiterentwickelt werden: Ausreichend Kapazitäten, gute Anschlüsse und Barrierefreiheit müssen selbstverständlich sein!  

Forderungen: Gute Öffis sind mehr als ein Verkehrsmittel

Wer täglich mit Bahn oder Bus fährt, verbringt einen beträchtlichen Teil seiner Lebenszeit unterwegs. Deshalb gilt: Reisezeit ist Lebenszeit – und für viele Pendler:innen zunehmend auch Arbeitszeit. Wir setzen uns deshalb für eine Qualitätsoffensive im öffentlichen Verkehr ein:

  • Pünktliche Züge und Busse
  • Intensivere Taktung
  • Anpassung des BAST
  • Sichere Anschlüsse
  • Ausreichend Sitzplätze
  • Funktionierendes WLAN
  • Komfortable und barrierefreie Haltestellen
  • Gute Information bei Verspätungen und Baustellen
  • Ausreichende Verbindungen auch für Schichtarbeiter:innen
  • Bessere Verbindungen zwischen Wohnort und Arbeitsplatz

Wenn mehr Menschen vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen sollen, müssen Busse und Züge dafür auch ausreichend Kapazitäten haben.

Unternehmen tragen Verantwortung

Arbeitsplätze müssen erreichbar sein. Wenn ein Betrieb schlecht oder gar nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist, bleibt vielen Beschäftigten nur das Auto. Das kann bei niedrigen und mittleren Einkommen zu einer erheblichen finanziellen Belastung werden.

AK und ÖGB fordern deshalb ein betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM) für größere Betriebe. Unternehmen sollen gemeinsam mit ihren Beschäftigten sowie Betriebsrät:innen überlegen, wie Arbeitswege besser, sicherer und klimafreundlicher organisiert werden können – etwa durch bessere Anbindungen, Fahrradabstellplätze, Jobtickets, Fahrgemeinschaften oder Shuttle-Angebote.

Das ist neben dem Klimaschutz auch eine Antwort auf den Arbeitskräftebedarf: Ein Arbeitsplatz ist für Arbeitnehmer:innen nur dann wirklich attraktiv, wenn auch der Weg dorthin funktioniert. 

Die AK Mobilitätsstudie – was nötig ist, den ÖV-Anteil zu erhöhen

Die aktuelle Mobilitätsstudie der Arbeiterkammer Burgenland zeigt: 85 Prozent der Menschen fahren mit dem Pkw zur Arbeit, obwohl sich eine Bushaltestelle im Umkreis von 700 Metern zu ihrem Wohn- und Arbeitsort befindet.

Damit mehr Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen braucht es verlässliche, leistbare und alltagstaugliche Mobilität.

Dazu gehören:

  • Verlässliche Takte und Anschlüsse, auch außerhalb der klassischen Stoßzeiten
  • Mehr Angebote für Schichtarbeiter:innen und Beschäftigte mit atypischen Arbeitszeiten
  • Ausbau des BAST und anderer Mikro-ÖV-Angebote
  • Gute Lösungen für die erste und letzte Meile
  • Weitere Park-&-Ride- und Park-&-Drive-Anlagen dort, wo sie gebraucht werden
  • Mehr sichere Radverbindungen und Fahrradabstellplätze
  • Barrierefreie Mobilitätsangebote
  • Mehr Kapazitäten in den Spitzenzeiten
  • Bessere Information bei Verspätungen und Störungen
  • Bessere Information über die Öffis im Burgenland
  • Leistbare Tickets für Arbeitnehmer:innen und junge Menschen
  • Betriebliches Mobilitätsmanagement in größeren Unternehmen 

Wer im Burgenland arbeitet, soll gut, sicher, leistbar und möglichst unabhängig vom eigenen Auto zur Arbeit kommen können.

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