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Wann sind Sie verpflichtet, eine ArbeitnehmerInnenveranlagung zu machen?

Im Regelfall wird eine ArbeitnehmerInnenveranlagung freiwillig beim Finanzamt eingereicht. Unter bestimmten Umständen sind Sie jedoch auch als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer dazu verpflichtet, eine ArbeitnehmerInnenveranlagung beim Finanzamt einzureichen. Man spricht hierbei von einer Pflichtveranlagung.

Gründe und Fristen

Während Sie für eine freiwillige ArbeitnehmerInnenveranlagung fünf Jahre Zeit haben, sind bei einer Pflichtveranlagung besondere Fristen zu beachten. Welche Frist gilt, hängt vom zutreffenden Pflichtveranlagungsgrund ab. In manchen Fällen können Sie sogar warten, bis Sie das Finanzamt zur Abgabe einer ArbeitnehmerInnenveranlagung auffordert. 

Pflichtveranlagungsgründe

Wenn Sie die ArbeitnehmerInnenveranlagung mit dem Papierformular L1 machen, dann haben Sie in folgenden Fällen bis zum 30. April des Folgejahres dafür Zeit. Wenn Sie FinanzOnline nutzen, dann haben Sie sogar bis 30. Juni des Folgejahres Zeit:

  • Sie haben Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit bezogen, die keinem Lohnsteuerabzug unterliegen (z.B. bei Grenzgängern oder ausländischen Pensionen) und den Betrag von 730 € im Jahr überschritten haben.

  • Ihnen wurde in der Personalverrechnung ein zu hohes Pendlerpauschale bzw. ein zu hoher Pendlereuro verrechnet, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht vorlagen.

  • Sie haben einen steuerfreien Kinderbetreuungszuschuss vom Arbeitgeber bzw. von der Arbeitgeberin erhalten, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht vorlagen.

  • Sie haben Bezüge als österreichischer Abgeordneter zum Europäischen Parlament erhalten.

  • Sie haben gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber die abzuführende Lohnsteuer vorsätzlich verkürzt.


Bis 30. September des Folgejahres

In folgenden Fällen läuft die Abgabefrist bis 30. September des Folgejahres, unabhängig davon, ob Sie das Papierformular abgeben oder FinanzOnline verwenden:

  • Sie haben zumindest zeitweise gleichzeitig zwei oder mehrere lohnsteuerpflichtige Bezüge erhalten (z.B. bei zwei Beschäftigungen gleichzeitig).

  • In der Personalverrechnung wurde bei Ihnen der Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag oder der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag berücksichtigt, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht vorlagen.

Nach Aufforderung

Auf die Aufforderung zur Abgabe einer ArbeitnehmerInnenveranlagung durch das Finanzamt können Sie warten, wenn einer der folgenden Gründe vorliegt:

  • Sie haben Krankengeld, Wiedereingliederungsgeld oder Rehabilitationsgeld aus der gesetzlichen Sozialversicherung, Bezüge für Truppenübungen, Bezüge vom Insolvenz-Entgelt-Fonds, bestimmte Bezüge aus der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse oder Bezüge für einen Dienstleistungsscheck erhalten.
  • Sie haben Pflichtversicherungsbeiträge oder Pensionsbeiträge rückerstattet bekommen.
  • Bei Ihnen wurde in der Personalverrechnung ein Freibetragsbescheid berücksichtigt.

Einkommenssteuererklärung bis 30. April bzw. 30 Juni des Folgejahres

In manchen Fällen müssen Sie auch als Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer eine Einkommenssteuererklärung abgeben. Hierfür haben Sie bis zum 30. April bzw. bei der Nutzung von FinanzOnline bis zum 30. Juni des Folgejahres Zeit:

  • Sie haben neben Ihrem Dienstverhältnis oder Ihrer Pension andere, nicht lohnsteuerpflichtige Bezüge (z.B. aus Werkverträgen) von mehr als 730 € im Kalenderjahr erhalten.
  • Sie hatten Kapitaleinkünfte von mehr als 22 € im Kalenderjahr, die nicht der österreichischen Kapitalertragssteuer unterliegen.
  • Sie hatten Einkünfte aus einer privaten Grundstücksveräußerung, für die keine Immobilienertragssteuer entrichtet wurde.


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