Wochen­geld für Arbeits­lose

Das Wochengeld ist eine Einkommensersatzleistung aus der Krank­en­ver­sich­er­ung, die  erwerbstätige Frauen während des Be­schäftig­ungs­ver­bot­es 8 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt finanziell absichern soll. Auch arbeitslose schwangere Frauen bekommen unter bestimmten Vor­aus­setz­ung­en Wochengeld:

Wochengeld nach Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe

  • Das Wochengeld ist grundsätzlich um 80% höher als das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe, wenn am Tag des Beginns der Schutzfrist (= in der Regel 8 Wochen vor der Geburt)  ein Leistungsbezug vorliegt. 

  • Durch eine Ausnahmebestimmung kann in bestimmten Fällen auch An­spruch auf Wochengeld bestehen, wenn bei Schwangerschaftsbeginn ein Bezug aus der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld oder Not­stands­hilfe) vorliegt.

Verminderung der Notstandshilfe wegen Partnereinkommens

Anspruch auf Notstandshilfe besteht, wenn die maximale Dauer des Arbeits­los­en­geld­es ausgeschöpft ist und die Notstandshilfe beim AMS beantragt wurde. Die Notstandshilfe kann allerdings bei verheirateten oder in Lebens­ge­mein­schaft lebenden Paaren wegen der Anrechnung des Partnereinkommens entweder vermindert sein oder zur Gänze wegfallen.

Sozialversichert auch ohne Anspruch auf Notstandshilfe?

Wenn die Notstandshilfe zur Gänze wegen der Einkommensanrechnung ein­ge­stellt wurde, kann ein Antrag auf Kranken- und Pensionsversicherung beim Arbeitsmarktservice gestellt werden.

Tipp

Sprechen Sie dies beim AMS an!

Anspruch nach Ende einer Leistung aus der Arbeits­los­en­ver­sich­er­ung

Voraussetzung für den Anspruch auf Wochengeld ist, dass bei Schutz­frist­be­ginn  Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe auch tatsächlich bezogen wurde. Das Wochengeld beträgt in diesem Fall um 80 % mehr als die jeweilige Geld­leist­ung aus der Arbeitslosenversicherung. War die Notstandshilfe bei Schutz­frist­be­ginn durch das Partnereinkommen bereits herabgesetzt, wirkt sich dies auch mindernd auf die Höhe des Wochengeldes aus. Damit es nicht zu Härte­fäll­en kommt, gibt es folgende Regelung:

Wochengeldhöhe bei verminderter Not­stands­hilfe

Wenn Sie bei Schutzfristbeginn (= in der Regel 8 Wochen vor der Geburt) nur einen Anspruch auf eine verminderte Notstandshilfe hatten und der Wechsel vom Arbeitslosengeld zur Notstandshilfe innerhalb der letzten drei vollen Kalendermonate vor Beginn der Schutzfrist war, wird Ihr Wochengeld nach zwei verschiedenen Methoden ermittelt, wobei der für Sie günstigere Betrag Ihr Wochengeld ergibt.

  • Methode 1: Die Notstandshilfe, welche Sie zu Beginn der Schutzfrist (Woch­en­geld) bezogen haben, wird um 80 % erhöht.

  • Methode 2: War der Wechsel vom Arbeitslosengeld auf die verminderte Not­stands­hilfe innerhalb der letzten drei Kalendermonate vor dem Beginn der Schutzfrist, kommt das Wochengeld in der Höhe des Durchschnittes des in diesen 3 Kalendermonaten bezogenen einfachen Arbeitslosengeldes und der einfachen Notstandshilfe (= in diesem Fall nicht um 80 % erhöht) zur Aus­zahl­ung, wenn sich ein höherer Betrag als die um 80 % erhöhte Not­stands­hilfe ergibt. 

Achtung!

Wurde weder im Zeitpunkt des Eintrittes der Schwangerschaft noch zu Beginn der Schutzfrist (8 Wochen vor Geburt) Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe bezogen, besteht auch kein Anspruch auf Woch­en­geld.