Umschuldung

Lohnt sich die Umschuldung für mich? Ja, wenn die Zins- und Spesen­er­sparnis eines "neuen" Kredites gegenüber einem "Altkredit" deutlich größer ist als die Kosten und Spesen, die mit der neuerlichen Kre­dit­auf­nahme anfallen.

Fragen Sie die Bank, die einen "günstigeren" Kredit anbietet, stets nach dem effektiven Jahreszinssatz und dem zu zahlenden Gesamtbetrag ("Ge­samt­be­last­ung"). Der Effektivzins berücksichtigt anfallende Kosten. Die Ge­samt­be­last­ung beinhaltet alle Ihre Zahlungen an die Bank inklusive der Spesen.

So schulden Sie am besten um

Holen Sie zunächst einige Offerte ein. Dabei gilt, dass der Zinssatz vor allem von Ihrer Bonität und Ihren gebotenen Sicherheiten abhängen wird. Ver­gleich­en Sie die tatsächlichen Kosten - natürlich sollten Sie darauf achten, dass Sie alle Kostenbestandteile berücksichtigen.

Achtung Stolpersteine!

Lesen Sie zuerst in Ihrem "alten" Kreditvertrag durch, ob eine Pönale bei vor­zeit­iger Kündigung fällig wird. Eine Pönale (zu Deutsch: Vertragsstrafe) kostet im Schnitt zwischen 1 und 5 Prozent, berechnet vom Betrag, den Sie vorzeitig (das heißt: vor Laufzeitende) an die Bank zurück zahlen. Bei Verträgen, die ab dem 11.6.2010 abgeschlossen wurden, beträgt diese maximal 1%.

Pönalen gibt es z.B. bei Krediten, die nachweislich zur Schaffung oder Sa­nie­rung von Gebäuden bestimmt sind und eine Laufzeit von zumindest zehn Jahr­en aufweisen. Auch bei Hypothekarkrediten oder bei Krediten mit einer ver­ein­barten Festzinsperiode kann eine Pönale verrechnet werden. Verlangen Sie weiters unbedingt von Ihrer "neuen" Bank einen Kreditkosten-Voranschlag: Laut Verbraucherkreditgesetz steht Ihnen als Kreditwerber ein Ver­trags­ent­wurf mit allen wichtigen Eckdaten zu.

Tipp

Erst das Angebot des Neukredites genau prüfen, dann unter­schreib­en! Neben Pönalen, die eine Umschuldung unrentabel machen, kann eine Kündigungsfrist bei vorzeitiger Rückzahlung zum Hemmschuh werden. Bei Krediten, die zur Schaffung oder Sanierung von Ge­bäud­en bestimmt sind und eine Laufzeit von zumindest zehn Jahren auf­weisen, sowie bei Hypothekarkrediten oder bei Krediten mit einer ver­einbarten Festzinsperiode kann eine Kündigungsfrist von höchs­tens sechs Monaten vereinbart sein.

Bei Nichteinhaltung dieser Frist können Probleme bei der Grund­buch­ein­trag­ung des neuen Kredites entstehen. Die "alte" Bank kann auf die Kündigungsfrist bestehen und eine frühere Rückzahlung nicht akzeptieren.

Es ist kostengünstiger, wenn Sie selbst bei Banken Kreditofferte ein­holen, prüfen und die Konditionen aushandeln. Die Höhe des Zins­satz­es und der Bearbeitungsgebühr sind im Regelfall gut ver­handel­bar.

Unterschied Effektiv-Zinssatz - Nominal-Zinssatz

Der nominale Zinssatz ist jener Jahreszinssatz, mit dem der Kreditbetrag zu verzinsen ist. Der Nominalzins gibt jedoch keine Auskunft über die tatsächliche Kostenbelastung eines Kredites, weil Nebenkosten nicht berücksichtigt wer­den. Der effektive Jahreszinssatz hingegen drückt für den Kreditnehmer den Preis eines Kredites aus, weil die Nebenkosten wie Bearbeitungsgebühr, ver­langte Kreditrestschuldversicherung oder Kontoführungsgebühr eingerechnet sind. Fazit: Der Effektivzins ist aufgrund der eingerechneten Kosten stets höher als der Nominalzins.