Wohnungsübergabe – so sicherst du dich richtig ab
Wenn du den Mietvertrag unterschrieben hast, folgt die Wohnungsübergabe. Erst dann bekommst du die Schlüssel und kannst wirklich einziehen.
Am besten findet die Übergabe direkt in der Wohnung statt – gemeinsam mit dem Vermieter oder der Hausverwaltung.
Nimm dir dafür ausreichend Zeit. Und: Geh nicht allein hin, sondern nimm wenn möglich eine zweite Person mit. Vier Augen sehen mehr als zwei.
Wohnung genau prüfen: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“
Schau dir die Wohnung bei der Übergabe sehr genau an:
- Ist der Zustand so, wie er dir zugesagt wurde?
- Wurden vereinbarte Reparaturen erledigt?
- Passt alles zu dem, was im Mietvertrag steht?
Wichtig: Alles, was dir auffällt, gehört ins Übergabeprotokoll.
Das Übergabeprotokoll – dein wichtigster Nachweis
Das Übergabeprotokoll ist ein schriftliches Dokument, das den Zustand der Wohnung bei der Übergabe festhält.
Es gilt:
- Egal ob alles passt oder Mängel vorhanden sind: Es muss ein Protokoll geben.
- Du und die Person, die dir die Wohnung übergibt, unterschreiben es.
- Du bekommst unbedingt eine Kopie.
Warum das so wichtig ist:
Beim Auszug kannst du damit beweisen, in welchem Zustand du die Wohnung übernommen hast. So vermeidest du Streit über Schäden, die du nicht verursacht hast.
Keine klassische Übergabe? Dann besonders aufmerksam sein
Manchmal findet keine Übergabe direkt in der Wohnung statt. Stattdessen passiert Folgendes:
- Du unterschreibst den Mietvertrag bei der Hausverwaltung.
- Du bekommst dort gleich die Schlüssel.
In diesem Fall gilt besonders:
- Viele Infos stehen zwar im Mietvertrag (z. B. Schlüsselanzahl oder Ausstattung).
- Besteh aber darauf, dass auch wichtige zusätzliche Punkte schriftlich festgehalten werden.
Dazu gehören vor allem:
- bereits vorhandene Schäden, die du gesehen und akzeptiert hast (z. B. Kratzer im Boden)
So schützt du dich davor, dass dir diese Schäden später angelastet werden.
Nach der Schlüsselübergabe: sofort kontrollieren
Geh direkt nach der „Übergabe“ in die Wohnung – am besten mit einer Zeugin oder einem Zeugen.
Prüfe sofort:
- Stimmt der vereinbarte Zustand?
- Gibt es Schäden, die du noch nicht kanntest?
- Fehlt etwas?
Wichtig:
Wenn dir etwas auffällt, melde es sofort schriftlich – und lass die Bestätigung von deiner Begleitperson mitunterschreiben.
Was ins Übergabeprotokoll gehört
Achte darauf, dass folgende Punkte im Protokoll stehen:
- Allgemeiner Zustand der Wohnung (Renovierungszustand)
- Alle Einrichtungsgegenstände (z. B. Küche, Geräte, Möbel)
- Zustand und ungefähres Alter dieser Gegenstände
(z. B. „funktionstüchtig, Baujahr 2008“) - Zustand der Oberflächen (Böden, Wände, Fliesen etc.)
- Bereits bekannte oder besprochene Schäden und ob sie behoben wurden
- Zählerstände für Strom und Gas
- Neue Mängel, die erst bei der Übergabe auffallen
- Anzahl und Art der übergebenen Schlüssel
- Zu welchen Türen die Schlüssel gehören
- Fotos als Beilage (sehr empfehlenswert)
Danach kann der Einzug beginnen
Wenn alles geklärt, unterschrieben und dokumentiert ist, bekommst du die Schlüssel.
Dann steht deinem Einzug nichts mehr im Weg – und dein neuer Wohnabschnitt kann beginnen.