13.5.2020

OGH: Check-in-Gebühr von Laudamotion unzulässig

Immer wieder er­reichen uns in der Konsumenten­beratung Beschwerden zu Lauda­motion. Konsument­Innen schildern, dass sie nicht online einchecken konnten. Viele Reisende wurden auch nicht über den kosten­losen online Check-in in­formiert. Für den Check-in am Flughafen verrechnete Laudamotion 55 Euro – ohne die Kunden darauf hinzuweisen. Der VKI klagte erfolgreich.

VKI-Erfolg gegen Laudamotion

Der OGH hat aufgrund einer Klage vom VKI gegen Laudamotion entschieden, dass die Gebühr von 55 Euro für den Check-in am Flughafen in ihrer Höhe überraschend und nachteilig und daher unzulässig ist. Während des Buchungsvorganges erfolgte kein Hinweis auf diese Gebühr. Die KonsumentInnen mussten die Höhe der Gebühr selbstständig erfragen, indem sie die Tarifinformationen aktiv anklickten. Die Gebühr wurde nie automatisch angezeigt oder eingeblendet. 

Die Höhe der Check-In-Gebühr war nur in den AGB bzw. unter anderen „Nützlichen Infos“ versteckt und dies ist für die KonsumentInnen überraschend und nachteilig und verstößt gegen §864a ABGB. Wenn eine Klausel gegen § 864a ABGB verstößt, dann gilt der Vertrag ohne sie weiter (ständige Rechtsprechung; des OGH, siehe dazu RIS-Justiz RS0014659).

Musterbrief für Rückforderung

Bis zur rechtlichen Klärung hatten wir empfohlen, die Check-in-Gebühr nach­weis­lich nur unter Vor­be­halt der rechtlichen Klärung und Rück­forderung zu zahlen und die Rück­forderung der Gebühren schriftlich bei der Flug­linie zu verlangen.  

KonsumentInnen können daher, wenn während des gesamten Buchungsvorgangs diese Flughafen-Check-in-Gebühr nicht aufschien und der Buchungsvorgang so gestaltet war, wie im OGH-Urteil beschrieben, die Check-in-Gebühr zurückfordern.

Tipp

Nutzen Sie unseren Musterbrief, um sich Ihr Geld zurückzuholen!

Links

Kontakt

Kontakt

AK Konsumentenschutz
Wiener Straße 7
7000 Eisenstadt

T: 02682 740 3961
E: konsumentenberatung@akbgld.at